Reichsvertretungen beim 4. Konvent der Dämmerung im 43. ML.
Alsyn Bennev Seannyal – Al’Umbryjil
Der Reichsrat für Kultur und Gemeinschaft aus Al’Umbryjil ist in eine schlichte aber saubere weiße geschichtete Tunika gekleidet. Altersbedingt zieren trotz seiner elfischen Wurzeln silberne Strähnen das lange schwarze Haar und in seinem Gesicht mit der hohen Stirn und den warmen bernsteinfarbenen Augen durchziehen Falten die gegerbte nussbraune Haut. Er wirkt ruhig aber bestimmt und lauscht mit einer auf manche fast schon unangenehm wirkend eindringlichen Aufmerksamkeit, wenn andere sprechen.
Cassian Vardek – Konsortium von Zahadum
Cassian Vardek, Gesandter des Konsortiums von Zahadum, ist ein erfahrener Diplomat und Kartograf. Hochgewachsen und scharfsinnig, reist er durch die Ländereien des Konsortiums, um Gemeinsamkeiten zu stärken und Wissen zu sammeln. Einst ein Gelehrter der alten Handelsrouten, wurde er nach dem Rückzug des Nebels zu einem Brückenbauer zwischen den Völkern. Mit ruhiger Entschlossenheit verhandelt er für eine geeinte Zukunft.
Eshiza – Astarim
Eshiza ist eine hagere, androgyne und haarlose Frau mittleren Alters mit höflich zuvorkommenden und bedachtem Auftreten voller stiller Autorität. Unter einer schlichten graubraunen Robe kann man eine disziplinierte, athletische Gestalt erahnen. Eshiza ist Gelehrte und Chronistin und zeigt sich dementsprechend aufmerksam und wissbegierig, während ihr Blick stets prüfend über ihre Umgebung wandert.
Grinor Feuerbart – Nor’Davara
Grinor ist der entsandte Vertreter der Eiszwerge aus Nor’Davara. Seinen Namen verdankt er den für sein Volk untypischen feuerroten Haaren und Bart. Er hat fast immer ein Grinsen im Gesicht und ist freundlich zu allen anderen Personen des Konvents. Seine tiefe Bassstimme verschafft ihm Gehör, wenn er sich zu Wort meldet und auch wenn man den harten davararischen Dialekt in seiner Stimme deutlich hört, so spricht er doch auf eine recht melodische und angenehme Art und Weise.
Haxia / Delesth – Thedekya
Das Reich Thedekya entsendet den Dalaar Haxia im Wirtskörper Delesth, einem hochgewachsenen elfenhaften Wesen mit weißer Haut und silbrigen Haaren, das scheint, als würde es aus Schnee und Eis bestehen. Ihre neugierigen Augen mustern die Anwesenden. Sie trägt die einfache Kleidung eines Arbeiters, die ihrem erhabenen Antlitz beinahe spottet, praktisch und schnörkellos. Ihre Stimme ist sanft und melodisch, doch immer wieder erscheint es als vernehme man eine zweite, flüsternde Stimme wie ein Echo.
Kāri’Mana’Arai – Sāndari’Māna
Kāri’Mana’Arai war das jüngste Mitglied des Ältestenrates, legte jedoch ihr Amt nieder; Gerüchten zufolge wegen mangelnder Weisheit und Erfahrung. Die Falten und Schmucknarben auf der sandfarbenen Haut der Mittfünfzigerin erzählen eine andere Geschichte, die die in den Farben des Sonnenuntergangs glühenden Augen stechend unterstützen. In die einfachen Wüstengewänder ihres Volkes gekleidet tritt sie sicher und befehlsgewohnt auf, während ihre Sprache bildhaft für Mitgefühl und Einheit wirbt.
Mux Fiddersang – Ligath Tureen
Nach einem langwierigen und sorgfältigen Bürokratieakt wurde ein 1,24 m zierliches humanoides Schneeammer-Türmerwesen erwählt. Unauffällig in größeren Mengen – bewegt sich flink und tänzelnd, spricht mit gar kristalliner Präzision und einer hellen, trillernden Stimme. Die glänzenden, schwarzen Augen mit wachsamem bis versonnenem Blick und der kleine, kegelförmige Schnabel dominieren das mit hellschimmernden Federn gerahmte jugendliche Gesicht. Auf einer schlichten Robe glänzt ein Mond-Medaillon.
Narya Hamas – Dopras
Narya Hamas, stellvertretende Ratsmeisterin der Dopras und Bewahrerin der nördlichen Eide. Ihr Haar, so weiß wie der unberührte Firn, ist in kunstvollen, kriegerischen Zöpfen geflochten, die ihr markantes, von feinen Sprenkeln gezeichnetes Gesicht rahmen. In ihrem Blick aus grauen Augen liegt eine durchdringende Kühle, die jedoch nicht von Herzlosigkeit, sondern von unerschütterlicher Pflicht und einer jahrhundertealten Wachsamkeit zeugt. Ihre Gewandung ist zweckmäßig und doch repräsentativ: Ein mit Runen beschlagenes Lederwams, gesäumt von schwerem Pelz, schützt sie vor der Kälte ihrer Heimat und weist sie zugleich als eine aus, die sowohl im Ratssaal als auch in den Stürmen der Wildnis zu bestehen vermag. Sie spricht mit leiser, aber schneidender Bestimmtheit, und ihre Worte tragen das Gewicht alter Traditionen.
Ordensmeister Vielweg – Das vergangene Reich
Der Aschling mit den weiß-goldenen Augen ist in ein staubiges und abgenutztes schwarzes Gewand gehüllt. Als Kopfbedeckung trägt er einen großen Leinensack, dessen Gewicht seinen Kopf stets gebeugt hält. An seiner Kleidung sind viele Beutel mit Kordeln befestigt. Seine knorrigen Finger ruhen auf einem Wanderstab, dessen Spitze mit alten Talismanen behangen ist. Sein Blick ist stets gutmütig, seine Mimik dafür stoisch und geheimnisvoll. Er spricht leise und bedächtig, doch immer mit Respekt.
Moderation des 4. Konvents der Dämmerung im 43 ML.
Hjel‘Raan – Ntal‘Hrom
Der Moderator des Konvents hat die für einen Ntal‘Hrom übliche Gestalt: Aufgerichtet erreicht sein weißer schlangenhafter Leib mit den dunklen Rückenmustern zweieinhalb Meter Höhe. Vier tentakelartige Auswüchse dienen als Arme und der extrem langgezogene glatte haarlose Kopf scheint keinerlei Sinnesorgane zu besitzen – weder Mund, Nase, Ohren noch Augen. Er trägt keinerlei Kleidung oder Schmuck. Seine ruhige sonore Stimme erklingt wie aus dem Nichts.
Protokoll des 4. Konvents der Dämmerung im 43 ML.
Hjel’Raan ( Ntal‘Hrom )
(Der Ntal’Hrom betritt wie auch beim letzten Konvent langsam und würdevoll das Rednerpodest und wartet, bis alle Anwesenden ihren Platz eingenommen haben und Ruhe eingekehrt ist. Dann erhebt er die vier tentakelartigen Arme.)
Ich, Hjel’Raan, habe die Ehre, im Namen der Ntal’Hrom die Vertretungen der unterschiedlichen Völker und Reiche zum vierten Konvent der Dämmerung zu begrüßen.
Neun Botschafter und Botschafterinnen heißen wir in diesem Mondlauf willkommen.
Es ist mir eine große Freude, die Anwesenden nun namentlich in alphabetischer Folge vorzustellen:
• Alsyn Bennev Seannyal aus Al’Umbryjil
• Cassian Vardek aus dem Konsortium von Zahadum
• Eshiza aus dem Reich der Astarim
• Grinor Feuerbart aus Nor’Davara
• Haxia / Delesth aus Thedekya
• Kari’Mana’Arai aus dem Reich der Sāndari’Māna
• Mux Fiddersang aus dem Reich Ligath Tureen
• Narya Hamas aus dem Reich der Dopras
• Ordensmeister Vielweg aus dem vergangenen Reich
Das Reich der Sippa entsendete keinen Stellvertreter zu diesem Konvent, ließ den Anwesenden jedoch folgendes übermitteln:
„Jo, Völker von Darshiva, die Sipplinger und vor allem ihr Leipsipp wünschen euch alles Gute, aber sind nicht bereit, die Tage mit vielgewortetem Herumstochern im Nebel der Weltgeschichte zu verbringen, um vielleicht mal hier, mal da ein Fetzchen halbwertiges Neuigkeit aufzustöbern. Andere vor mir mögen sich dem Hoffnung, das sich nicht erfüllt hat, Nutzbringendes zu erfahren, hingegeben haben. Ich muß die Prioritäten meines Volkes auf unser Überleben ausrichten.
Gez. Direkes Velatalas, Leipsipp“
Wir erinnern alle Anwesenden, die vereinbarten Regeln des Konvents zu wahren und einander mit Respekt zu behandeln.
Freie Äußerung der Meinung und der Ansichten aller Völker sind gestattet, allerdings ist Abstand zu nehmen von niederen Beleidigungen oder gar körperlichen Anfeindungen.
Wir freuen uns erneut auf einen regen Austausch.
Das Podium steht nun jeder und jedem Anwesenden offen, um das Wort an die Versammlung zu richten.
Grinor Feuerbart ( Nor’Davara )
(Grinor erhebt sich, tritt zum Podest und nickt allen Anwesenden kurz zu. Dann verneigt er sich vor dem Ntal’Hrom …) Habt Dank für die erneute Ausrichtung eines Konvents. (… bevor er sich wieder der Versammlung zuwendet.) Als Vertreter von Nor’Davara grüße ich alle Anwesenden und freue mich auf die kommenden Diskussionen. (Er zwinkert Vielweg kurz zu und setzt sich dann wieder.)
Alsyn Bennev Seannyal ( Al’Umbryjil )
(Nachdem Grinor sich gesetzt hat, tritt Alsyn nach vorne und verneigt sich kurz in Richtung der Ntal’Hrom und anschließend vor der Versammlung)
Die Flamme des Lebens sei mit Euch allen!
Ich schließe mich den Worten meines Vorredners umfänglich an. Entgegen meiner Erwartung wurde mir nun erneut die Ehre zuteil, das Reich Al’Umbryjl auf dem Konvent zu vertreten. Da die aktuell brisantesten Geschehnisse wohl in meinen Ressort fallen, wurde im Reichsrat diesbezüglich entschieden. Bedauerlicherweise vermisse ich einige Vertreter in unseren Reihen, deren Anwesenheit für meine Belange von Bedeutung gewesen wäre. Doch sei es drum: Ich werde meinen Teil beitragen, um diesen Konvent möglichst erkenntnisreich zu gestalten.
(Er spricht das Wort „erkenntnisreich“ scharf und mit Nachdruck aus – vielleicht mit einem leicht zynischen Unterton – doch dann zeichnet sich in seinem Gesicht wieder ein freundliches Lächeln ab, ehe er sich nochmals höflich verneigt, zu seinem Platz zurückgeht und sich setzt)
Ordensmeister Vielweg ( Das vergangene Reich )
(Als nächstes erhebt sich Vielweg, der deutlich älter und abgekämpfter wirkt als das letzte Mal. Sein Bündel, dass er als Kopfbedeckung trägt, lastet schwer auf seinem Haupt. Er wirft Grinor einen langen finsteren Blick zu, sagt aber nichts. Dann wendet er sich an die Versammelten, hebt er die Arme empor und legt dann die Hände vor die Augen.)
Möge die Asche euch sanft decken, oh ihr Gesandten der Völker!
(er lässt die Arme schlaff sinken und fährt mit brüchiger Stimme fort)
Dem einen zur Freude, dem anderen zum Leide erkläre ich hiermit: Dies wird sein mein letztes Konvent! Doch bis zu seinem unausweichlichen Ende werde ich getreu meiner heiligen Eide für Verständnis und Austausch einstehen… So schwöre ich bei den Ahnen jede an mich gestelle Frage wahrhaftig zu beantworten und über alles getreulich Rechenschaft abzugeben was geschen im Diesseits und im Jenseits, im vergangenen Reich und darüber hinaus…
(Er wirft dem Eiszwerg erneut einen langen Blick zu und setzt sich wieder)
Narya Hamas ( Dopras )
(Nachdem sich Ordensmeister Vielweg wieder gesetzt hat erhebt sich Narya Hamas, Abgesandte der Dopras und schaut in die Runde)
Seit gegrüßt, geehrte Abgesandte. Geehrter Ntal’hom, Ich möchte euch im namen meines Volkes für die Möglichkeit danken, an diesem Konvent teilnehmen und den anderen Kulturen der Welt endlich von angesicht zu angesicht begegnen zu dürfen. Ganz besonders möchte ich Hiermit meine Freude darüber ausdrücken, endlich unseren elfischen Brüdern und Schwestern der Al’Umbryjil und unseren Bündnisspartnern der Nor’davara zu begegnen. Ich freue mich über einen regen austausch in diesem Konvent (Narya schaut nocheinmal explizit zu diese beiden Fraktionen, bevor sie sich wieder setzt und einen schluck aus ihrem wasserbecher nimmt)
Haxia / Delesth ( Thedekya )
(Haxia / Delesths hochgewachsenen elfenhaften Gestalt bleibt auf den Bank sitzen und blickt neugierig in die Runde)
Alsyn Bennev Seannyal ( Al’Umbryjil )
(Alsyn erhebt sich erneut, wirkt entgegen der vergangenen Konvente unruhiger, nickt Narya Hamas mit einem freundlichen Lächeln grüßend zu und tritt vor)
Nun, die Zeit für einen inhaltlich sinnhaften Diskurs ist begrenzt. Diese will genutzt sein. Zur Situation:
Über den Eilruf haben wir das meiste bereits kommuniziert. Eine Entität schart Anhänger um sich. Diese behauptet, einer der legendärsten Feuermagier zu sein, welcher bereits vor dem Kataklysmus lebte und auch dessen Ursache kennt. Zeitgleich heftige arkane Phänomene und seit zwei Mondläufen verschwinden Bürger im Reich – gibt es Zusammenhänge? Später mehr dazu.
Die weichende Asche hinterließ ganze Horden von Nebelwesen im Norden und Osten des Reiches. Im Norden wurden diese bereits äußerst erfolgreich bekämpft.
Im Osten haben Krieger der benachtbarten Sāndari’Māna bereits Erfolge zu verzeichnen. (Ein uneindeutiger Blick lastet während dieser Worte auf Kāri’Mana’Arai)
Wie ist der Stand in anderen Reichen?
(Er setzt sich wieder)
Eshiza ( Astarim )
(Eshiza erhebt sich langsam. Ihre Augen ruhen einen Atemzug schwer deutbar lang auf dem Ntal’Hrom, ehe sie mit ruhiger Stimme zu den andere zusprechen beginnt.)
Geehrte Versammlung. Ich grüße Euch im Namen der Astarim.
Wir hören von verschwundenen Bürgern in Al’Umbryjil. Auch in unserem Reich fehlen Menschen. Kein Ruf, kein Zeichen. Darum ziehen unsere Patrouillen durch das ganze Land, von Küste zu Küste, und suchen nach Spuren, die nicht gesehen werden wollen. Bisher ohne Ergebnis.
Alte Sagen meinen, dass nicht ein einzelner Reiche erschüttert, sondern die Achtung, die man ihm schenkt. Wenn nun Nor’Davara und das vergangene Reich im Schatten eines Missverständnisses stehen, während andernorts jemand Anhänger sammelt, dann ist das mehr als Zufall.
Egal was die Sippa meinen. Die Rechtschaffenden, sollten sich zusammentun. Wissen und Kraft teilen – gegen die Diener des Schattens. Des Nebels.
Ordensmeister Vielweg ( Das vergangene Reich )
(Vielweg lauscht den Vorrednern aufmerksam und nickt jedem freundlich zu. Dann erherbt er sich erneut schwerfällig)
Im Namen aller Aschlinge bedauere ich sehr, dass in Al’Umbryjil sich ein Magischer erhoben hat, der Göttlichkeit und Macht beansprucht ganz so wie in alter Zeit und gemäß der Weissagung des Orakels der Toten… Möge auch dessen Schicksal bald wenden und ein Ende finden… Denn fürwahr: Einzig der letzte Ethnarch im schwarzen Sakrophag erinnert sich noch in seinem traumlosen Todeschlaf an die Zeit vor dem Kataklysmus…
Gleichsam beweine und beklage ich, dass die Zwerge von Nor’Davara sein Herrschaftsgebiet nicht respektieren und entschieden haben die Grenzen des vergangenen Reiches zu verletzen, seien sie oberhalb oder unterhalb des Meers aus Tränen… Und so ist es nun leider unsere heilige Pflicht als Sklaven des zerbrochenen Thrones seinem Willen zu entsprechen und seine Autorität zu verteidigen. Der Obolus der Toten wird entrichtet werden…
(er setzt sich wieder)
Mux Fiddersang ( Ligath Tureen )
((Mux greift seine Unterlagen, stolziert matter als gewohnt zum Rednerpult))
Werte Versammelte – unsere Grüße an alle Teilnehmenden!
Vorbereitung auf Konvent war geordnet. Klar. Durchdacht.
Dann: Fråktyreen… Der Zwischenfall mit Jarnfjord zerschlug jegliche Ruhe. Notsitzungen. Botschaften. Nachfragen. Scharfe Worte. Diplomatische Fäden mussten neu geknüpft und gesichert werden, ehe sie rissen.
((Seufzt))
Wurde gebeten, Reste der freundschaftlichen Bande zu suchen und diplomatische Beziehungen zu kitten… das Plenum handelte… zügig… direkt… ich konnte nur nachziehen bevor ich hier ankam!
Zeit verlor sich darin. Immens. Zudem mehrere Berichte.
Verschwundene Personen. Hier. Dort. Über das Reich verstreut.
Kein Muster. Kein Bekenntnis. Nur Lücken.
Zusätzlich: Drohungen von innen UND außen. Leise. Unterschwellig.
Genug, um Unfrieden zu nähren. Plenum inzwischen empfindlich. Verständlich!?
Ich komme dennoch. Vorbereitet – soweit die Umstände erlauben. Wachsam. Offen.
Auf gutes Gelingen!
Kāri’Mana’Arai ( Sāndari’Māna )
((Kari’Mana’Arai wirkt müder und langsamer als sonst und scheint einige Male damit gescheitert zu sein, rechtzeitig das Wort an die Versammlung zu richten, bevor es jemand anderes ergreifen konnte. ))
Arai Elun – Grüße an die Fremden – und ebenso an die Freunde unter uns.
Die Position als Mittlerin zwischen den Streitenden in unserer Sandari zehrt mehr und mehr an meinen Kräften, doch habe ich auch zu Berichten, und nicht alles davon ist willkommen wie das Wasserloch am Ende des Tagespfads.
Auch in unserem Reich gibt es Grund zur Sorge: Bewohner der Randgebiete, in der Nähe des Thul, verschwinden spurlos – und niemand vermag ihren Verbleib zu klären. Auch bei uns ermutigen die harten Zeiten allerlei Mütter und Väter wirrer Ideen, sich Anhänger zu suchen und neue Kulte zu gründen.
Eine Freude gibt es: Arinai’Tor hat große Horden der Nebelgeister vernichtet, und eine weitere Bresche im Nebel verspricht neue Nachbarn und Freunde, schätzen wir die bisherigen Bekanntschaften doch sehr.
Narya Hamas ( Dopras )
(Narya Hamas nickt ernst in die Runde und tritt einen halben Schritt vor.)
Geehrte Abgesandte, der Nebel zwischen unseren Reichen macht direkte Hilfe derzeit leider noch schwierig. Doch die Dopras werden nicht untätig bleiben.
Sollten Vermisste oder Vertriebene an unseren Küsten landen, nehmen wir sie selbstverständlich auf, versorgen sie und senden unverzüglich Nachricht an das jeweilige Volk, damit eine sichere Rückführung oder geordnete Übergabe erfolgen kann.
Wir wollen in jeder Form helfen, die uns möglich ist. Darum bitten wir alle Reiche um klare, konkrete Bedarfe: Welche Unterstützung benötigt ihr von uns jetzt am dringendsten—Versorgung, Unterbringung, Heilkundige, Botenwege, Seeaufklärung oder anderes?
Zudem ersuchen wir darum, einer eigenständigen, reichsübergreifenden Forschungsgruppe zu den Nebel-, Kult- und Verschwindensphänomenen anzugehören, um Erkenntnisse zu sammeln, abzugleichen und rasch zu teilen.
Gemeinsamkeit ist unsere stärkste Waffe gegen den Nebel!
Alsyn Bennev Seannyal ( Al’Umbryjil )
(Während der Äußerungen der anderen Vertretungen weiten sich zunehmend Alsyns Augen)
Wie ich verstehe, sind auch in anderen Reichen Personen spurlos verschwunden! Dies halte ich für durchaus alarmierend!
Zunächst stimme ich den Vertretungen der Astarim und der Dopras umfänglich zu: Nach wie vor stochern wir im Nebel und ohne klaren Austausch und gemeinsame Ziele wird dies auch so bleiben!
Daher werde ich so umfänglich berichten, wie es mir möglich ist:
Jener selbsternannte Führer behauptet, Belqhasayn Am’Qhuayrahda zu sein, von welchem eine im 7. Buch der Zeit veröffentlichte Legende berichtet. Unsere Nachforschungen ergaben, dass seine Behauptungen beinhalten, dass es eine Kultur geben soll, deren angehörige Völker nicht auf diese Welt gehören. Diese seien für den Kataklysmus maßgeblich verantwortlich. Soweit wir wissen, namentlich die Vilska Oprichina, die Nor’Davara und die Sippa.
Ich persönlich und der gesamte Reichsrat befinden diese Behauptungen jedoch für absurd und haltlos.
Haxia / Delesth ( Thedekya )
(Haxia / Delesth erhebt sich nur kurz und lässt ihr zweistimmige Stimme erklingen)
„Auch in unseren Landen verschwinden Bewohner, doch ebenso wächst unser Reich. Die Dalaar bieten allen eine Heimat die die Ihre verlassen mussten. Ob freiwillig oder aus zwang. Jeden Mondlauf strömen Siedler vieler Völker an unsere Grenzen, vielleicht sind dies eure verschwundenen? Das Königspaar hat entschieden alle willkommen zu heißen. Unser Volk ist nicht zerrissen von innerem Konflikt, unsere Reich befindet sich nicht im Streit mit anderen. Thedekya mag für viele wie ein Ort der Zuflucht erscheinen. Wir können also nicht sagen ob die verschwunden einfach weiter gezogen sind, oder ob eine fremde Macht sie trieb.
Wir beobachten die Sterne, sehen einen der Monde heller erstrahlen als den anderen, doch auch hier haben wir keine Erklärung. Wir kommen uns unwissend vor.“
Kāri’Mana’Arai ( Sāndari’Māna )
((leise bringt Kāri’Mana’Arai ihren Einwand vor:))
Es ist gut zu wissen, dass es Zufluchten für jene gibt, in deren Herzen die Hoffnung auf Frieden in der Heimat vertrocknet ist wie die Blütenpracht, die nach einem Regenguss für kurze Zeit die Sande in alle Farben taucht – doch ist uns derzeit kein Weg bekannt, auf dem unsere Verschwundenen Eure Reiche hätten erreichen können.
Wahrscheinlicher ist aus unserer Sicht etwas anderes: Neue Lebensumstände formen neuen Glauben, lassen neue Kulte aufleben. Selbst unsere Götter und Geister erfahren seit kurzem eine andere Verehrung als bisher, weil die Zeit reif dafür war. In den Randgebieten im Norden wird der fruchtbare Boden angebetet – warum nicht weit Düstereres an den südlichen Grenzen zum Aschenebel? Vielleicht ist unser falscher Prophet noch nicht hervorgetreten, wie der Eure, geehrte Nachbarin aus Al’Umbryjil, und sammelt Anhänger wie die Wüstenläufer kleines Getier zur Nahrung…
((Sie sinkt auf ihre Sitzgelegenheit und atmet schwer))
Ordensmeister Vielweg ( Das vergangene Reich )
(Vielweg murmelt nachdenklich und leise zu sich selbst, aber dennoch vernehmbar)
Wer kann schon sagen, was dieses Verschwinden bedeute: Ob die Vermissten nun aber weiter ziehen oder sterben oder sich in Rauch und Asche auflösen… Ist nicht alles, was gerade getan werden kann, dies mit stoischer Miene und gramvollen Herzen zu ertragen? Die Gier der Geister des Nebels ist unersättlich, oder etwa nicht? Was nützen all diese Vermutungen…
(Dann tritt er nach vorne und wendet sich an alle)
Dort, wo noch vor einigen Mondläufen die krankmachende Asche vom Himmel viel, verschwinden so wie ich hörte Eidling wie Aschling gleichermaßen. Das ist alles, was ich dazu sagen kann…
(Auf den Rückweg zu seinem Platz spricht er kurz mit traurigen Lächeln direkt Narya Hamas an)
Mühe dich nicht, es haben andere vor dir bereits versucht: Dies hier ist ein Ort des Geschwätzes… Magst du auch noch so gern Taten und Einheit ernten wollen – es gedeiht in dieser Halle schlichtweg nicht…
Narya Hamas ( Dopras )
(Narya Hamas erhebt sich ruhig und spricht mit fester, klarer Stimme.)
Geehrte Abgesandte, aus allen Reichen hören wir nun dieselbe Sorge: Verschwundene, Nebel, Unruhe und neue Kulte. Das ist mehr als Zufall. Die Dopras stehen in Freundschaft zu Al’Umbryjil, sind aber allen Völkern Darshivas wohlgesonnen und reichen jedem Reich dieselbe offene Hand. Wer an unseren Küsten auftaucht, wird aufgenommen, versorgt und seinem Volk unverzüglich gemeldet. Was wir erfahren, teilen wir verlässlich, damit aus Vermutungen endlich gemeinsame Erkenntnis wird.
(Narya wendet sich leicht zu Vielweg, die Stimme wird leiser.)
Ordensmeister Vielweg, vielleicht habt Ihr recht, und oft blieb hier nur Wort. Aber ich hoffe, dass es diesmal anders werden kann. Nicht durch große Schwüre, sondern durch kleine, verlässliche Taten. Wenn Ihr wollt, beginnen wir genau damit.
Eshiza ( Astarim )
(Eshiza räuspert sich und spricht dann.)
Geehrte Versammlung.
Alsyn von den Al’Umbryjil sprach von Fremden. Die Sippa leben an unserer Grenze und verweigern jedes Wort. Die Vilska standen uns jüngst gegenüber und Blut floss auf beiden Seiten in einem Missverständnis. Wir wissen nicht, wer von hier ist und wer nicht. Wir wissen nur, dass lästerliche Kulte wachsen.
In Korrespondenz mit dem vergangenen Reich wies eben dies auf etwas hin, das mich nicht loslässt.
Ich bin keine Theologin, doch es scheint, dass der Gott der Astarim Melek Or ve Sedek und der letzte Ethnarch einen ähnlichen Ursprung haben und vielleicht sogar zwei Gesichter desselben sind. Wenn selbst unsere Götter sich gleichen und nun gotteslästerliche Kulte um sich greifen, müssen wir gemeinsam handeln!
Darum rufe ich wie die Dopras eine Koalition der Willigen aus. Lasst uns Kartenmaterial teilen und unsere theologischen Archive zum Kataklysmus öffnen. Nur wer alles zeigt, kann alles erkennen.
Alsyn Bennev Seannyal ( Al’Umbryjil )
(Alsyn folgt den Worten der Anderen mit düsterem nachdenklichem Blick, bei den Aussagen von Narya und Eshiza nickt er zustimmend, dann wendet er sich zunächst direkt an Vielweg)
Ordensmeister Vielweg, viele Briefe haben wir getauscht, und ich verstehe Eure Haltung und respektiere diese. Doch muss ich Euch in einem Punkt wiedersprechen: Ein Kultführer hetzt gezielt gegen andere Völker während zeitgleich Personen verschwinden. Dies ist nichts, was man einfach mit stoischer Miene ertragen sollte ohne zu forschen und zu handeln.
(Er blickt zu Kāri’Mana’Arai)
Auch Ihr sprecht wahr. Die Welt wandelt sich. Die Verehrung von Neuem könnte eine Erklärung sein, doch ist es nicht auffällig, dass dies überall nun zugleich geschieht und nicht früher oder später? Das mag Zufall sein – doch mir erscheint es auffällig.
(Dann spricht er zu Grinor Feuerbart)
Und was ist mit Euch? Ein selbsternannter Führer hetzt offen gegen Euer Volk – seht Ihr dies als ein Zeichen der Zeit, das tatenlos geduldet gehört?
Kāri’Mana’Arai ( Sāndari’Māna )
((Die Sāndari‘Māna nickt Alsyn zu, bevor sie weiter leise erwidert:))
Es sind zu viele Fälle, um mit Zufall erklärbar zu sein, doch bieten die Umstände – Weichen des Nebels, Erwachen der Magie, Wiedererwachen der Götter, Anbruch eines Heldenzeitalters – Anlass zu vielem, was wir in den Reichen sehen: Streit, Irrwege, Konflikte… Nein, ich denke nicht an Zufall. Ich denke, wenn ich bei Regen im Wadi raste, darf mich die Flut nicht überraschen.
Doch entbindet das nicht von Wachsamkeit, denn auch wenn alles erklärbar scheint, müssen wir nicht alles mit offenen Armen empfangen. Der vorbereitete Wanderer trotzt dem Sturm, wo der unbedacht Wandelnde verloren geht.
Grinor Feuerbart ( Nor’Davara )
(Grinor wendet sich von seinem Platz aus an Alsyn)
In den wenigen Weltenläufen, die ich nun treu meinem König gedient habe, habe ich bereits viele selbsternannte Führer erlebt, sei es in unserem eigenen Reich oder solche aus anderen Reichen. Und wie mein König bereits im letzten Eilruf verkündet hat, werden wir uns nicht vor diesen Scharlatanen beugen. Im Gegenteil, wer sich weiterhin erdreistet, gegen die Davara zu hetzen, der wir unsere Kraft zu spüren bekommen.
(Er wendet sich direkt Vielweg zu)
Seht dies als dritte und letzte Warnung. Noch ist mein König bereit mit den Aschlingen zu verhandeln, auch wenn ihm euer Gejammer zuwider ist, doch solltet ihr nicht ebenfalls diese Bereitschaft zeigen (… er macht eine kurze Pause um sich die folgenden Wörter klar zu überlegen, steht dann auf und wendet sich den Versammelten zu…) möchte ich hier und jetzt verkünden, dass Blut fließen wird. Ihr alle seid meine Zeugen, dass die Davara noch bereit sind zu verhandeln. (Er setzt sich wieder)
Mux Fiddersang ( Ligath Tureen )
((hat sich gesammelt, durchgeatmetet und springt entschlossen auf))
Werte Versammelte!
Der Kurs des Plenums von Ligath Tureens und der geeigneten Kinder Artikas scheint Gemeinsamkeiten hier im Konvent zu finden.
Den Dopras gilt unser ausdrücklicher Zuspruch.
Aufnahme. Versorgung. Meldung.
So handelt man verantwortungsvoll. Löblich.
Eine reichsübergreifende Forschungsgruppe – Ligath Tureen beteiligt sich. Selbstredend!
Alsyns Bericht – ernstgenommen.
Und doch: Die geeinten Kinder Artikas wissen um ihr Geworfensein durch den Kataklysmus. Wir fühlen unser „Nicht-von-hier-sein“!
Nicht als Makel.
Nicht als Anklage.
Sondern als Herkunft.
Fremdsein erklärt nicht Schuld… Sehe Handlungsbedarf.
Eshiza spricht weise.
Archive öffnen. Karten teilen. Gemeinsam prüfen.
Zustimmung. Vollumfänglich.
Zu Nor’Davara:
Uns verbindet tiefe Freundschaft.
Wir stehe an eurer Seite.
Unverbrüchlich.
Doch mahnen wir: Erst Wort. Dann Stahl.
Verhandlung vor Blut.
Der Nebel verlangt Einigkeit.
Nicht Zorn.
*zweep
Ordensmeister Vielweg ( Das vergangene Reich )
(Bei Eshizas Worten entgleisen Vielweg erst die Gesichtszüge zu einer Fratze, dann schüttelt er energisch den Kopf. Doch als dann Grinor spricht geht ein Beben durch den Aschling, er knirscht mit den Zähnen und seine Augen leuchten auf. Langsam erhebt er sich während Fiddersang spricht, tritt direkt vor Feuerbart und zischt kühl)
Dein König hat unsere Wahrnung und Grenzen missachtet. Unrechtmäßig drang sein Schiff an unsere Küsten. Nahm erste Schiff von Aschlinghand erbaut. Setze Fernweh, die Weise, gefangen. Erschlug ihre Sippe an Bord vor ihren Augen. Verwehrte ihr den ehrvollen Tod an deren Seite. Dein König lästert in Schrift das heilige Orakel der Toten. Und durch dich in Wort nun den letzten Ethnarchen als Scharlatan…
(er spuckt dem Zwerg verächtlich vor die Füße)
Ihr wollt also Blut? So sei es!
(Vielweg greift in sein Gewand, eine Klinge blitzt kurz auf. Ein Schnitt. Dann spritzt schwarzes übelrichendes Blut aus seinem eigenen Handgelenk über Grinors Gesicht und Bart)
Hjel’Raan ( Ntal‘Hrom )
(Der Ntal’Hrom erscheint blitzschnell zwischen Grinor Feuerbart und Ordensmeister Vielweg.)
Dies ist ein Ort neutralen Zusammentreffens. Wir verlangen Mäßigung von beiden Parteien! Dies ist nicht der Ort für Kriegsandrohungen!
(Er wendet sich Grinor Feuerbart zu.)
Der Konvent ist Zeuge Eurer Aussage, doch nicht mehr. Weitere diplomatische oder gar kriegerische Verstrickungen sind zwischen den Befugten der Reiche zu klären, aber nicht an diesem Ort. Wir verbitten uns also eine Antwort von Euch auf die Aussagen von Ordensmeister Vielweg zu diesem Thema.
(Dann dreht er sich zu Vielweg um.)
Und Ihr Ordensmeister Vielweg, zügelt Euren Zorn. Das Verhalten des Davaras mag Euer Gemüt erhitzen, doch Ihr wart derjenige, welcher die persönliche Beleidigung gewählt hat. Dies ist ein klarer Verstoß gegen die Regeln des Konvents. Wenn außerhalb dieser Reihen Euer Glaube und Eure Überzeugung verspottet wird, so ist dies auch außerhalb des Konvents zu klären. Dies ist nicht der Ort! Ein weiterer Verstoß und wir sehen uns gezwungen, Euch von diesem Konvent auszuschließen.
Hjel’Raan ( Ntal‘Hrom )
(Ein anderer Ntal’Hrom erscheint und deutet Ordensmeister Vielweg unmissverständlich an, an seinen Platz zurückzukehren, während ein Dritter Grinor Feuerbart eine Schale mit Wasser reicht, um sein Gesicht zu reinigen.)
Narya Hamas ( Dopras )
(Narya Hamas erhebt sich sichtlich besorgt, hält respektvoll Abstand zum Podium und senkt kurz den Blick in Richtung der Ntal’Hrom.)
Geehrte Hjel’Raan, geehrte Abgesandte, wir danken den Ntal’Hrom für ihr unverrückbares Eingreifen. Das eben war eine Mahnung, wohin Zorn führt, wenn der Nebel schon an unseren Grenzen kratzt. Nor’Davara sind unsere Verbündeten, doch unser Bündnis ist kein Freibrief für Blutdurst, und kein alter Groll rechtfertigt, den Konvent in ein Schlachtfeld zu verwandeln. Vielwegs Anklagen mögen außerhalb dieser Halle geprüft werden, aber hier darf nur gelten, was uns eint: die Vermissten, die Kulte, die Zeichen am Himmel und der Nebel, der Reiche trennt.
Wir brauchen ein festes Bündnis der Willigen, nicht Bruderzwist. Lasst uns die Streitworte senken und uns gegenseitig die Hände reichen, für Austausch, Forschung und Schutz, damit die wahre Gefahr nicht über unsere Streitereien lacht oder sich noch schlimmer, daran bereichert
(Narya Hamas setzt sich wieder)
Grinor Feuerbart ( Nor’Davara )
(Grinor unterzieht sein Gesicht und vor allem seinen Bart eine ausführliche Reinigung. Währenddessen lässt er seine Blicke über die Versammlung schweifen, nickt Narya nach ihren Worten kurz zu und beobachtet die anderen Anwesenden, wie diese auf den Vorfall reagieren. Wenn sein Blick Vielweg streift, ist deutlich die Verachtung in seinen Augen zu erkennen. Er meldet sich jedoch nicht zu Wort.)
Eshiza ( Astarim )
(Eshiza bleibt einen Herzschlag lang reglos. Dann tritt sie langsam vor. Sie löst ein helles Tuch aus ihrem Ärmel, kniet sich hin und beginnt, das dunkle Blut vom Boden zu wischen. Ihre Stimme ist ruhig.)
Geehrte Versammlung.
Blut hat gesprochen. Nun müssen Worte es einholen.
Für die Astarim ist klar, dass wir bei drohendem Krieg nicht blind zu den Waffen greifen. Wir werden prüfen, was geschah.
Doch ebenso klar ist dies. Sollten wir den Weg zu den Kämpfenden finden und sich erweisen, dass einem Reich Unrecht geschah, dann werden wir nicht fernbleiben. Wir stehen an der Seite dessen, dem Unrecht widerfuhr. Auch wenn es uns Stahl kostet.
Mit dem vergangenen Reich verbindet uns bereits Austausch und wachsende Freundschaft. Das verhehlen wir nicht. Freundschaft jedoch entbindet nicht von Prüfung.
(Eshiza richtet sich auf.)
Alsyn Bennev Seannyal ( Al’Umbryjil )
(Alsyn blickte fassungslos auf die Szene, die sich soeben abspielte – es dauert einen Moment, ehe er sich wieder gefangen hat – sichtlich hat das Geschehen ihn aus dem Konzept gebracht – er flüstert tonlos vor sich hin)
Nicht Gier ist die Mutter allen Krieges – sondern Stolz.
(Sein Blick wandert von Grinor Feuerbart hinüber zu Ordensmeister Vielweg)
Offenbar sind keine Hetzworte von Fremden von Nöten, um das Gift in unseren Seelen zum Vorschein zu bringen.
Zumindest bleibt der Konvent nun nicht länger nur ein „Ort des Geschwätzes“, nicht wahr?
(Er schüttelt den Kopf, dann wendet er sich direkt an Narya Hamas)
Der Nebel begrenzt uns noch immer, doch wir sind bereit, die ersten Schritte zu einem solchen Bündnis zu gehen, auch wenn unklar ist, wann unsere Reiche sich begegnen werden.
(Er blickt langsam in die Runde und forscht nach Reaktionen in den Augen der Anwesenden)
Haxia / Delesth ( Thedekya )
(Haxia / Delesth erhebt lässt ihr zweistimmige Stimme erklingen)
„Die Dalaar sind bereit für jeden Austausch, doch nur wenn dieser zwischen den Parteien direkt erfolgt. Wir sind jung, wir sind unerfahren, wir wollen wissen, mit wem wir einen Austausch eingehen. Tragt Worte an unsere Grenzen und Thedekya wird euch willkommen heißen und antworten.“
Sie geht zu Meister Vielweg, zieht ein einfaches Tuch aus Ihrer Tasche und beginnt die Schnittwunde abzubinden.
„Die Aschlinge sind den Dalaar geschätzte Gefährten. Unsere Königin verspürte bei einer der Ihren das erste mal die Gefühle der wahrer Schwesternschaft. Unserer Völker haben sich unrecht getan und vergeben, geblutet und geheilt. Die Dalaar haben Ihre Seite gewählt!“
Mux Fiddersang ( Ligath Tureen )
((fassungslos aufgeregt lautiert es zwitschernd bevor sich das Türmerwesen strafft, sich nochmals genötigt sieht sich zu Wort zu melden))
*piiiiiiiep
Dank gilt den Ntal’Hrom!!!
Neutralität und Ordnung sind das Fundament dieses Ortes.
Meister Feuerbart unsere Reiche verbindet gewachsene, belastbare Freundschaft.
Gerade deshalb: Der Konvent darf kein Schauplatz der Eskalation sein.
Weder Zorn noch Provokation führn zu Recht.
Die erhobenen Vorwürfe sind gravierend. Sicherlich. Auch wir kennen Vorwürfe gegen uns und erhoben uns klagend gegen Andere.
Sie verlangen geordnete Darlegung.
Mäßigung. Bedacht. Versöhnlich.
Nicht Zuruf entscheidet.
Nicht Blut.
Sondern Beleg und Verfahren.
Während wir uns gegeneinander verhärten, schreiten Nebel, Kulte und das Verschwinden Unschuldiger voran.
Das darf nicht geschehn.
Klärung vor Vergeltung.
Für Maß vor Macht.
Lasst uns stehn.
Nicht nebeneinander – miteinander.
Öffnen. Teilen. Kräfte bündeln.
Einigkeit – kein Zeichen von Schwäche. Es ist Reife.
Ordensmeister Vielweg ( Das vergangene Reich )
(Erst schien es als ob Vielweg gegen die Ntal’Hrom protestieren wollte. Seit er sich dann aber doch wieder auf seinen Platz gesetzt hat, wirkt er letargisch und blickt ins Leere, den Aussagen der anderen Gesannten scheint er kaum Beachtung zu schenken… Einzig Eshiza, die sein Blut auswischt, beäugt er interssiert. Als dann Haxia und Delesth zu ihm treten, gibt er nur widerwillig seine immer noch stark blutende Hand preis und lässt sich verbinden. Dabei kommt sein Arm zum Vorschein, dessen graue Haut schwärzlich gefärbte Geschwüre offenbart. Anschließend verbirgt er seinen Körper wieder und bedankt sich leise)
Ihr verschwendet guten Stoff an einen Sterbenden… Doch ich schulde Euch Dank im Schatten meiner Gnade, vor allen für eure Worte. Ich werde sie bezeugen…
(Und als Fiddersang fertig ist, kommentiert er dessen Worte)
Wir Aschlinge stehen allein mit den Toten. Ich werde nichts teilen mit Freunden meines Feindes. Weder Nahrung noch Wissen und schon gar nicht Einigkeit…
Kāri’Mana’Arai ( Sāndari’Māna )
((Kāri’Mana’Arai, die sich kurz in eine verteidigungsbereite Haltung gezwungen hatte, sinkt wieder in sich zusammen, als die kurze Aufregung abebbt. Sie scheint zu überlegen, sich zu Wort zu melden – entscheidet sich dann aber doch dafür, ihre kostbare Energie zu sparen und verfolgt weiter das Geschehen.))
Grinor Feuerbart ( Nor’Davara )
(Nachdem sich die Situation etwas beruhigt zu haben scheint, steht Grinor langsam auf und schreitet zum Platz von Ordensmeister Vielweg.) Werter Meister Vielweg, habt Dank für eure klaren Worte. Die Hand die wir euch reichten, wolltet ihr nicht. So sei es. (Seine Stimme wirkt ruhig und entspannt, doch als er direkt vor dem Ordensmeister steht, brüllt er diesen an.) Blut wird mit Blut vergolten. Eurem Blut! (Dann schlägt er mit voller Wucht dem Aschling direkt ins Gesicht, dreht sich gelassen herum und blickt zu den Ntal’Hrom.) Wenn ihr nun so frei wärt, mich in mein Reich zurück zu bringen, ich denke es ist alles gesagt.
Hjel’Raan ( Ntal‘Hrom )
(Nur eine Sekunde nachdem Grinor Feuerbarts Faust den Aschling trifft, erscheint Hjel’Raan und drängt sich schwichtend zwischen die beiden.)
Genug! Grinor Feuerbart, Ihr werdet von diesem Konvent ausgeschlossen! Da Ihr ohnehin in Euer Reich verbracht werden wollt, werden wir dies umgehend veranlassen. Solltet Ihr persönlich an einem weiteren Konvent teilnehmen wollen, erwarten wir eine Stellungnahme, welche verdeutlicht, dass der Frieden des Konvents nicht erneut durch Euer Handeln gestört wird. Solltet Ihr darauf erneut gegen die Gebote des Konvents verstoßen, sehen wir uns gezwungen, Eure Person dauerhaft auch von weiteren Konventen auszuschließen.
Ich hoffe, ich habe mich klar ausgedrückt!
(Daraufhin weist Hjel’Raan mit einem seiner tentakelartigen Arme streng in Richtung Ausgang, wo ein weiterer Ntal’Hrom bereits darauf wartet, Grinor Feuerbart in seine Heimat zu geleiten.)
Hjel’Raan ( Ntal‘Hrom )
(Ein weiterer Ntal’Hrom erscheint neben Grinor Feuerbart und führt ihn zum Ausgang, offenbar um sicherzustellen, dass weder von ihm noch gegen ihn weitere Aggressionen ausgehen.)
(Hjel’Raan wendet sich unterdessen Ordensmeister Vielweg zu.)
Ordensmeister Vielweg, seid Ihr verletzt? Benötigt Ihr Beistand oder Versorgung?
Narya Hamas ( Dopras )
(Narya Hamas erhebt sich langsam, sichtbar erschüttert, und neigt den Kopf vor Hjel’Raan.)
Geehrte Ntal’Hrom, wir danken euch erneut für Euer rasches, gerechtes Eingreifen und bekräftigen Eure Ordnung als unantastbar. Was geschehen ist, zeigt in bitterer Klarheit, dass unser wahrer Gegner nicht am Nachbartisch sitzt, sondern im Nebel, in den Kulten und im Verschwinden Unschuldiger.
Den Ausgeschlossenen werden andere Wege der Klärung offenstehen. Hier im Konvent aber müssen Maß, Schutz und Erkenntnis gelten. Die Dopras halten an ihrer Zusage fest: Aufnahme und Versorgung Gestrandeter, verlässliche Benachrichtigung ihrer Reiche und offener Austausch aller belastbaren Hinweise.
An alle, die noch hier stehen: Lasst uns den Bruderzwist bitte beenden und ein tragfähiges Bündnis der Willigen formen. Nicht morgen, jetzt.
(Narya setzt sich wieder)
Eshiza ( Astarim )
(Eshiza schürzt abfällig die Lippen bei den Ereignissen und wirft Vielweg einen regelrecht mitleidigen Blick zu bevor sie auf die Abgesandte der Dopras reagiert)
Dann machen wir Nagel mit Köpfen. Wir von den Astarim bieten an Kartenmaterial aller Willigen zu sammeln und so gut es geht zusammen zu stellen in einer Karte für alle die Beitrag geleistet haben.
Wir brauchen gemeinsame Karten mehr den je , um das Blut der Unschuldigen vorm fließen zu schützen. Wie soll man eingreifen, wenn wir nicht einmal den Weg zu den Streitenden kennen?
Mux Fiddersang ( Ligath Tureen )
((Taumelt fahrig hoch. Gefieder gesträubt – lag zuvor sauber an. Stimme überschlägt sich, mühsam gesammelt))
zwi—zwiep— piiii
Was… was hier geschah, erschüttert!
Nicht nur Zorn.
Nicht nur Stolz.
Sondern Vertrauen in diesen Ort.
Der Konvent darf kein Schauplatz der Eskalation sein!
Wir haben es gesagt.
Deutlich.
Mehr als einmal.
Erst Wort. Dann Stahl.
Verhandlung vor Blut.
Nicht als Floskel.
Nicht als Schmuck.
Sondern als Grundsatz!
(Gefasster, doch Stimme vibriert)
Freundschaft – kein Schild für alles.
Freunde dürfen einander widersprechen.
Freunde dürfen mahnen.
Freunde müssen es sogar.
Kommt zurück zur Vernunft!
(Hat den Abgang nicht verarbeitet)
… so nicht vereinbar mit unserer Haltung.
Nicht mit unsren Werten.
Nicht mit dem, wofür wir hier stehn.
Wir haben zur Mäßigung gemahnt.
Zur Besonnenheit gerufen.
Zur Trennung von Konvent und Zwist.
Und nun?
Wenn wir jetzt beginn, im Konvent Fäuste sprechen zu lassen —
wo endet das? Wer hört dann noch zu? Wer glaubt noch an diesen Ort?
Ordensmeister Vielweg ( Das vergangene Reich )
(Der kräftige Schlag von Grinor hat den alten Aschling gefällt wie ein Baum. Er ist mit einem Schmerzschrei zu Boden gegangen und sein Schädel hart aufgeschlagen. Sein Gesicht sieht eingedrückt aus und ölig-schwarzes Blut tritt aus Nase, Mund und Augen hervor. Gequält verzieht er sein Gesicht, doch es kommt kleine Wehklage über seine Lippen. Stattdessen setzt er sich mühsam und langsam auf und wischt mit einer Handbewegung das Angebot des Ntal’Hrom fort. Mit krächzender Stimme entgegnet er)
Ich stehe im Schatten Eurer Gnade, doch mir verlangt nach nichts. So der Tod mein Schicksal ist, wird er mich holen.
(dann hebt er seine zittrige Stimme und wendet er sich an alle Anwesenden)
Als Gesannter des vergangenen Reiches und bevollmächtigt durch den Senat des letzten Ethnarchen hier und heute zu sprechen ersuche ich alle um Beistand, deren Herzen nun bestürzt sind: Streitet an unserer Seite! Ob mit Gold, mit Diplomatie oder mit Klingen ist ohne Belang. Jetzt ist der rechte Augenblick…
Eshiza ( Astarim )
(Eshiza hört Vielwegs Worte unbeweglich an. Bei seinem letzten Satz hebt sie langsam die Arme, als müsse sie die Luft selbst zurückhalten. Dann schlägt sie mit der flachen Hand auf den Tisch. Das Geräusch hallt hart durch den Raum.)
Vielweg. Hört mir zu.
Noch immer weiß ich nicht, was zwischen euch geschah. Ich weiß nur, dass Blut floss. Warum es floss, wer zuerst die Grenze brach, welche Namen nun fehlen, das bleibt ungesagt. Es werden Schwüre gerufen, doch keine klaren Worte geteilt. Sprecht endlich.
Dann lasst uns die Karten öffnen und die Wege prüfen. Wenn sich zeigt, dass euch Unrecht geschah, werde ich Anok bitten, nein ich werde ihn auffordern, eine Flotte der Astarim an eure Küsten zu senden. Nicht um anzugreifen. Sondern um eure Grenzen zu verteidigen.
Ich dulde nicht, dass Unschuldige sterben und das Erbe unseres gemeinsames Gottes zerfällt.
Narya Hamas ( Dopras )
(Narya steht erneut auf und bleibt nun stehen)
Wir mögen ein Maritimes Nothilfebündniss mit den Nor’davara eingegangen sein. Dies beschränkt sich aber weiterhin auf den Fall dass, auf welchem weg auch immer, ihre Seeleute in unseren gewässern stranden.
(Narya streckt die Hand richtung Vielweg aus)
Wir werden keine Truppen senden, das steht uns nicht zu, jedoch möchte ich auch euch wissen lassen dass die dopranische Flotte allzeit bereitsteht um Verwundete beider Seiten aufzunehmen und zu versorgen, sollte es wirklich zum Kriegsfall kommen und diese in unseren Gefilden ankommen. Eure Verwundeten würden dann unter unserem Schutz stehen, solange sie in unseren Häusern genesen. Ich möchte beide Parteien in diesem Fall nur darum bitten, kriegerische Handlungen einzustellen, solange sich die verwundeten in Dopras befinden. Mein Volk sollte nicht unter eurem Streit leiden müssen.
(Narya hält die Hand weiterhin einladend in richtung Vielweg)
Haxia / Delesth ( Thedekya )
(Die Sprecher der Dalaar standen direkt neben Meister Vielweg als dieser von Feuerbart gefällt wurde. Das Gesicht ist sichtlich erschrocken. Vielwegs. Sie wollen helfen, aber der Aschling weist Hilfe generell ab. Also sprechen sie in die Runde)
Die Ntal’Hrom können oder wollen die Sicherheit des Konvents nicht gewährleisten, obwohl dies versprochen war. Sie können uns nicht vor uns selbst schützen. Das ist sehr bedenklich. Die Dalaar werden keine weiteren Gesandten entsenden solange dieser Zustand anhält. Wie sollen hier Bände geknüpft und Vertrauen gewonnen werden, wenn die Vertrauenswürdigkeit dieses Ortes selbst in Frage steht? Die Ntal’Hrom haben allen Anwesenden freies Geleit versprochen, nun fragen wir, wie wird dieses Versprechen eingehalten? Wie wird eins solches Vergehen geahndet?
(Ein blick zu Vielweg)
Thedekyas Truppen haben schon einmal Fuß auf euren Boden gesetzt. Ruft und die Dalaar werden folge leisten.
Ordensmeister Vielweg ( Das vergangene Reich )
(Vielweg lässt sich nach einigem zögern doch von Haxia und Delesth aufhelfen, dass er sich zumindest wieder auf seinen Platz setzen kann. Seine Verletzungen scheint der Aschling stoisch zu igorieren. Als er wieder die Aufmerksamkeit der Anwesenden hat, lächelt er sogar, wobei seine Zähne schwarz vor Blut sind.)
Ich wurde gefragt und ich werde antworten was geschehen zwischen den meinen und Nor’Davara. Im 39. Mond nach der Dämmerung landeten die Barken unserer Totgeweihten an ihren Küste. Darauf verkündete der Senat in einem Brief, dass die Wasser südlich ihrer Heimat Teil des vergangenen Reiches sind und es den Zwergen auf Strafe verboten ist dort zu wandeln. Ein Mond später wurde an der Küste von Jenseits wurde das Schiff von Meisterin Fernweh und ihrer Sippe überfallen. Sie wurde später als einzige Überlebende dem Reich übergeben. Die geschriebenen Eilworte habt ihr vernommen. Der Rest ist hier geschehen…
Die Ahnen seien meine Zeugen! Wer Ohren hat, höre, wer Augen hat, sehe!
Alsyn Bennev Seannyal ( Al’Umbryjil )
(Während all des Geschehens blickt Alsyn ungläubig in die Runde, selbst als der Schlag Grinors den Aschling trifft scheint er weder zu zucken noch eine Miene zu verziehen, lediglich ein sanftes Schütteln des Kopfes begleitet seinen ungläubigen Blick – jedoch steigt bei Haxia/Delesths Worten eine Wut in ihm auf und er hat Mühe seine Stimme ruhig zu halten)
Werte Volksvertretungen! Sind wir ehrwürdige Vertretungen unserer Reiche oder ein paar tollwütige Stiere?
Ihr wollt den Konvent beerdigen, klagt die Ntal’Hrom an, weil sich die geladenen Gäste wie wilde Hornissen verhalten?
Was hier geschieht ist ein Missbrauch dieses Ortes, der nicht den Gastgebern zulasten geht, sondern den Gästen.
(Er atmet tief ein)
Ich habe Eure Worte vernommen, Meitser Vielweg. Wir werden sie nach dem Konvent prüfen.
Ich werde im Namen meines Reiches heute und hier keine Bündnisse schließen. Mit keinem! Zu erhitzt sind die Gemüter am heutigen Tag!
(Er ringt nach Luft, zwingt sich zur Ruhe und setzt sich)
Kāri’Mana’Arai ( Sāndari’Māna )
((Kāri‘Māna‘Arai spricht, mehr zu sich selbst:))
Könnten sie den Konvent gegen jeden von uns schützen, sie wären mächtiger als Götter und Geister. Und die Welt ist kompliziert genug, auch ohne Götter der Götter.
((Lauter ergänzt sie:))
Unsere Nachbarn ((sie nickt Alsyn zu)) sprechen weise. Auch ich werde berichten – den Ältesten, die uns anführen, wie auch den anderen, deren Wort Gewicht hat. Die Zeit wird Zeichen bringen, die uns – die einem früher, die anderen später, andere gar nicht, was auch eine Entscheidung ist – zu einer Position führen. Für jetzt stehen wir zu unseren Freunden, zu denen wir auch die Aschlinge zählen – doch als Freunde, nicht als Waffenbrüder.
Meister Vielweg, Ihr habt unsere Genesungswünsche und mein Verständnis.
Wir alle sollten uns darüber hinaus fragen: Wie kann das Angebot unserer Gastgeber, friedlichen Wettkampf zu ermöglichen, Hoffnung auf eine Entspannung bringen? Nur, wenn wir im rechten Geiste, dem der Verständigung, teilnehmen…
Cassian Vardek ( Konsortium von Zahadum )
(Cassian Vardek erhebt sich von seinem Platz)
Den letzten Konvent habe ich verpasst, aber mir scheint hier hat sich wenig zum Guten entwickelt.
Abgesehen von den offensichtlichen Handgreiflichkeiten: was soll ich dem Konsortiumsrat berichten?
Verschiedene Völker vermissen Mitglieder und beobachten gleichzeitig die Gründung mehr oder minder gefährlicher Sektierer?
An dieser Stelle möchte ich anmerken, dass im bekannten Gebiet des Konsortiums weder Bürger verschwinden, noch Sektierer auftreten. Mag das daran liegen, dass das Konsortium auf jegliche Art von Zauberei verzichtet? Sektierer keinen Grund zu Gedeihen finden, Magier keine Kraft sammeln können?
Im zweiten Konvent gab es eine Einigung auf Forschung und Erkenntnis, bis auf die mögliche „Koalition der Willigen“ scheint dieses Ansinnen vergangen, dieser Konvent ist verkommen zu einem Ort der (er verdreht die Augen) feinsinnigen Pöbelei.
Das Konsortium von Zahadum wünscht sich verlässliche Handelspartner, ohne brennende Städte.
Alsyn Bennev Seannyal ( Al’Umbryjil )
(Alsyn wendet sich zu Cassian Vardek)
Wünschen kann man sich viel. Auch wir wünschen uns verlässliche Handelspartner. Doch die Welt ist kein Wunschkonzert.
Dieser Konvent ist eine außergewöhnliche Möglichkeit direkt mit Vertretern von Völkern zu interagieren, von denen uns der Nebel oder gigantische Entfernungen trennen.
Wenn wir entscheiden, dass wir diese Gelegenheit nutzen, um uns zu beleidigen, zu bespucken und zu prügeln, so ist dies nicht das Problem des Konvents, sondern ein Spiegel unserer Welt.
Also: Ja, Ihr solltet dem Konsortium genau dies berichten. Vielleicht ist es hilfreich bei der Erkenntnis, wer für Eure Verbindungen ein verlässlicher Partner sein wird.
(Dann wendet er sich wieder an alle)
Ich habe keine Befugnis, Bündnisse zu schließen. Doch diese vorzubereiten.
Zahadum, die Sāndari’Māna sowie Ely’Thien sind bekannte Nachbarn, mit welchen wir bereits verhandeln.
An die Dopras, Astarim und Kinder Artikas: Ich werde Eure Anliegen in den Reichsrat tragen und befürworten!
Ordensmeister Vielweg ( Das vergangene Reich )
(Vielweg hustet stark und spuckt Blut, dann nimmt er am Gespräch teil als wäre nichts gewesen…)
Fürwahr, das Konvent ist eine besondere Gelegenheit zu sprechen von Antlitz zu Antlitz. Mögen einige von Euch dies auch verurteilen: Sowohl Feuerbart als auch Vielweg haben dies dazu genutzt. Die Wege der Völker Darshivas sind eben verschieden. So haben wir Aschlinge offenbar auch eine ganz andere Vorstellung von freier Äußerung und Beleidigungen als die Ntal’Hrom. Trotzdem sind wir alle hier…
Darum frage ich euch, oh ihr Gesannte: Haltet ihr euch für klüger und weiser, die ihr das gesprochene Wort vorzieht? Ist das nicht gleichsam stolz und hoffärtig wie mir vorgeworfen wird? Ist es nicht gar einfach auf eine Ordnung der Welt zu verweisen, die es beides nicht gibt? Dererlei ist närrisches Hirngespinst!
Ich kann nur sagen, dass das vergangene Reich bisher Kontakt mit den Dalaar, den Andar und eben den Zwergen von Nor’Davara hat. Will man uns finden, dann über diese Wege…
Narya Hamas ( Dopras )
(Narya schaut zuerst du Cassian)
Meister Vardek, Eure Beobachtung ist wertvoll, doch sie ist kein Beweis, nur weil in euren Grenzen weder Vermisste noch Sekten auftreten. Wenn ihr wirklich verlässliche Handelspartner ohne brennende Städte wollt, dann helft, die Ursachen einzugrenzen: Teilt, was ihr ansonsten anders macht, und ob es Ausfälle an Reisenden oder Warenwegen gibt. Desweiteren ist Dopras gerne bereit, mit euch zu handeln, so sich unsere wege treffen
(Wendet ihren Blick zu Alsyn)
Meister Seannyal, Eure Klarheit nach diesem Tag ehrt Euch. Wir freuen uns über euer Gutes Wort vor eurer Regierung. Wenn ihr keine Bündnisse schließen dürft, dann lasst uns wenigstens das Fundament legen: eine gemeinsame Liste bestätigter Vermisstenfälle, alle belegten Hinweise zum Kultführer, und gefestigten Briefwechsel zum Austausch. Der Nebel frisst unsere Zeit. Ordnung in den Fakten ist der erste Schritt zurück zur Handlungsfähigkeit.
Alsyn Bennev Seannyal ( Al’Umbryjil )
(Alsyn blickt Vielweg an während dieser spricht und wirkt nachdenklich)
Verzeiht, Ordensmeister Vielweg, meine wertende Wortwahl. Ihr habt recht – es ist nicht an mir, zu urteilen, welches Verhalten angemessen ist.
Ich bleibe jedoch bei meiner Kernaussage: Es ist ein Spiegel unserer Welt, nicht mehr, nicht weniger. Was jeder darin sieht, liegt nicht im Bild allein, sondern in den Augen jedes einzelnen Betrachtenden.
(Dann wandert sein Blick zu Narya)
Begrenzt ist unsere Zeit an diesem Ort. Details werden wir gerne in Briefen kund tun, so der Reichsrat deren Empfänger als vertrauenswürdig erachtet. Die wichtigsten Fakten habe ich dargelegt zur Einschätzung der Sitution und als Zeichen des Transparenzwillens von Al’Umbryjil. Allein die Information, dass es in vielen Reichen Fälle von Verschwundenen gibt, rückt diese Vorfälle bereits in ein anderes Licht und legt eine gemeinschaftliche Untersuchung nahe, wo wir sonst nur reichsintern geforscht hätten. Dies zeigt den Wert des Austauschs.
Kāri’Mana’Arai ( Sāndari’Māna )
((Kāri’Mana’Arai ringt eine Weile mit sich, dann ergreift sie noch einmal das Wort.))
Ich bin nicht sicher, ob alle in meiner Heimat es gutheißen, doch komme ich nicht umhin, folgendes zu ergänzen: Ja, in den Sanden wurde mit Magie experimentiert, bis die Ältesten dem ein Ende bereiten konnten. Der als Einauge bekannte Anführer eines magiezentrierten Zirkels konnte eine Weile in der Stadt an der Grenze zu Großvater Sands Reich Gefolgsleute um sich scharen, vorbei am Zugriff des Ältestenrates, und ohne dass die Geschichtenerzähler sich in sein Tun eingemischt hätten.
Doch sein Zirkel unterschied sich von jenen Kulten, die wir – und das ist wichtig: erst nach dem Ende seiner Forschungsbemühungen – an den Rändern des Reiches beobachteten: Wo er eine düstere, vielleicht verwerfliche Sichtweise auf Rih’Rih’Dun vertrat, wenden sich die neuen Propheten ungekannten Gottheiten zu, seien sie vergessen oder neu erdacht.
Bedenkt dies bei Euren Theorien, Cassian Vardek!
Cassian Vardek ( Konsortium von Zahadum )
(Vardek stürzt sich auf seinem Pult ab)
Herr Hamas, da gibt es nichts Besonderes zu ergänzen. Die Wiederbesiedelung erfolgt dicht an dicht, keine Siedlung ist mehr als einen Mondlauf von der Nächsten entfernt.
Wie allgemein bekannt ist das Konsortium eine Gesellschaft, die den Handel und Austausch fördert. Man würde für gemeinhin annehmen, dass dunkles Klientel der großen Freiheit entsprechend auch gedeihen kann. Andererseits: wenig geschieht in unserer Einflußsphäre, ohne dass der Rat des Konsortiums davon erfahren könnte. Ich werde eine Untersuchung entsprechend der hier vorliegenden Hinweise anregen. Theorien gibt es noch nicht, zu dürftig ist die Faktenlage.
Sennyal, wir begrüßen die Offenheit der Al’Umbryjil und hoffen bald ebenso die Dopras an Bord unserer Handelsschiffe begrüßen zu können.
Hjel’Raan ( Ntal‘Hrom )
(Hjel’Raan tritt aus einer Ecke des Raumes zwischen mehreren anderen Ntal’Hrom hervor.)
Wir haben uns beraten und verkünden nun folgendes.
Es war unser Ansinnen, die Freiheit und den Willen der Gäste dieses Konvents nicht einzuschränken.
Wir versprachen sicheres Geleit, wie von der Volksvertretung aus Thedekya angemerkt wurde. Dies bezieht sich auf die Reise an und von diesem Ort. Wir versichern, keinem der Gäste direkt oder indirekt Schaden zuzufügen. Doch in der Tat: Wir können niemanden vor sich selbst schützen. Dies ist die Natur des freien Willens.
Was wir jedoch können, ist, eine Regelung zu finden, die das geschehene Verhalten unterbindet. Da dies notwendig erscheint, um die Anwesenheit aller auf dem Konvent zu ermöglichen, erlassen wir ab sofort folgende Regeln:
1. Es dürfen keine Waffen mit zum Konvent gebracht werden, auch keine Messer oder ähnliche kleine Klingen!
2. Die Volksvertretungen sprechen künftig von ihren Plätzen aus. Der Raum ist hierfür ausreichend gestaltet. Es ist untersagt, sich einer anderen Volksvertretung zu nähern.
3. Geschieht ein solcher Zwischenfall, ist es an den Ntal’Hrom, diesen zu unterbinden und zu ahnden.
Wer gegen diese Regeln verstößt, wird ohne Vorwarnung vom Konvent ausgeschlossen. Ob diese Person zu weiteren Konventen zugelassen wird, entscheidet das Verhalten der betreffenden Person. Zweimaliger Verstoß führt zu einem endgültigen Ausschluss der Person. Werden mehrfach Verstöße unterschiedlicher Vertretungen aus ein und demselben Reich begangen, behalten wir uns vor, das Reich in Gänze vom Konvent auszuschließen, bis eine offenkundige Korrektur in der Haltung gegenüber dem Konvent als solches festzustellen ist.
(Der Ntal’Hrom blickt einmal in die Runde.)
Dieser Konvent nähert sich dem Ende, da wir die arkanen Strömungen, welche durch meine Geschwister aufrecht erhalten werden, für die Rückreise der Gäste nutzen müssen.
Jeder Volksvertretung verbleiben noch etwa zwei, vielleicht drei Wortäußerungen, so noch dringlich etwas gesagt werden muss.
(Hjel’Raan nickt kurz und zieht sich wieder an den Rand des Saales zurück.)
Ordensmeister Vielweg ( Das vergangene Reich )
(Vielweg erhebt sich taumelnd, seine Verfassung scheint sich zu verschlechtern. Dennoch erhebt er erneut spricht mit bisher unbekannt patetischer Stimme)
Jetzt, wo das Ende naht, empfinde ich in den Katakomben meines Herzens großen Dank an etwas so erstaunlichem wie dem Konvent gleich mehrmals teil gehabt zu haben… Dankbar bin ich ebenfalls für die bereichernden Kontakte über ganz Darshiva, sowohl in Wort und noch viel mehr in Schrift. Möge das Schicksal mit dieser Welt gnädig sein!
Mein besonderer Dank gilt den Dalaar für den gemeinsamen Weg durch Schmerz und Schatten zur Heilung. Aber auch Eshiza von den Astarim für die vielen Worte des Respekt und der Weisheit, die wir einander geschenkt haben trotz diesem einem Missverständnis: Der letzte Ethnarch ist kein Gott. Er ist ein Herrscher wie – so denke ich – auch Melek Or ve Sedek einst ein machtvoller Herrscher ward. Doch dies Wissen gerieht deinem Volk in Vergessenheit… Möge das Licht der Wahrheit den Aschenebel lichten!
Alsyn Bennev Seannyal ( Al’Umbryjil )
(Auch Alsyn erhebt sich, blickt für einen Moment besorgt auf Ordensmeister Vielweg und wendet sich dann an die Versammlung)
Dank sei den Ntal’Hrom und allen Volksvertretungen für diesen Konvent. Ich werde einiges in den Reichsrat tragen.
Sicher werden nun Briefe aus unserem Reich auch neue Wege finden, welche sie bislang noch nicht gegangen sind.
(Bei diesen Worten blickt er zu Eshiza und auch Haxia/Delesth)
Zu den anderen Völkern wird der Briefverkehr weiter aufrecht erhalten und gepflegt werden. Verhandlungen über Bündnisse und den Austausch von Kartenmaterial können dann auf diesem Wege erfolgen.
Auch ein Austausch über die Entwicklung der Geschehnisse in den Reichen über die kommenden Mondläufe ist dank des Botendienstes der Ntal’Hrom nicht auf den Konvent beschränkt.
Ich bin zuversichtlich, dass das ein oder andere Band – sei es noch so dünn – mit diesem Zusammentreffen geknüpft werden konnte, welches durch nachhaltige Mühen verstärkt werden kann.
(Er setzt sich wieder)
Narya Hamas ( Dopras )
(Narya Hamas erhebt sich ein letztes Mal.)
Geehrte Hjel’Raan, geehrte Abgesandte, im Namen der Dopras danke ich den Ntal’Hrom für die Ausrichtung und Euer entschlossenes Eingreifen. Ich danke auch dafür, an diesem Konvent teilgenommen haben zu dürfen. Doch ich bedaure: Die Ergebnisse sind für Darshiva unerquicklich. Vermisste in vielen Reichen, wachsende Kulte, Zeichen am Himmel und Zwietracht, die dem Nebel nur dient.
Mein ausdrücklicher Dank gilt jenen, die friedlich blieben und schlichteten: den Astarim, Ligath Tureen, Thedekya für Beistand statt Spott, den Sāndari’Māna für Maß und Wachsamkeit, und Al’Umbryjil für Offenheit und Klarheit. Meister Vielweg, ich wünsche euch eine schnelle genesung
Ich werde dem dopranischen Rat unverzüglich Bericht erstatten. Unsere Zusage bleibt: Wer an unseren Küsten strandet, wird versorgt, geschützt und seinem Volk gemeldet; belastbare Erkenntnisse teilen wir verlässlich.
Möge Darshiva Vernunft finden, ehe der Nebel sie verschlingt.
Kāri’Mana’Arai ( Sāndari’Māna )
((Die Kultur ihrer Heimat gewinnt die Oberhand, und sie richtet kopfschüttelnd – aber auch mit neuer Energie – das Wort an die Versammlung:))
Der Mann stirbt. Es ist an der Zeit, seinen Besitz für seine Gemeinschaft oder seine Nachkommen zu bewahren, sein Wasser an seine Gefährten zu verteilen und ihn der Gnade der Sande zu überlassen. Meister Vielweg, möge Euch der Weg leicht sein – ob Ihr ihn hier oder in Eurer Heimat antretet. Es war eine Erfahrung, durch Euch Euer Volk von Angesicht zu Angesicht kennen zu lernen – eine gute, wie ich sicherheitshalber ergänzen möchte. ((Sie zieht eine kleine Kürbisflasche aus den Tiefen ihres Gewandes hervor und vergießt einige Tropfen Wasser in seine Richtung.))
Ich bin sicher, Ihr seid bereits Inhalt zahlreicher Geschichten – oder wie Euer Volk Erinnerungen sammelt – und einige arme Schreiberlinge seufzen erleichtert, dass es nicht noch mehr werden, wie unsere jungen Erzähler manches Mal unter der Last des Geschichtenschatzes stöhnen…
Mux Fiddersang ( Ligath Tureen )
((Fährt zusammen, als Kāri’Māna’Arai Wasser vergießt. Steht steif am Platz. Abgekämpft. Stimme klar))
*tschilpp
So endet also dieser Konvent der Dämmerung.
Nicht mit Einigkeit.
Sondern mit neuen Regeln.
Mit offenen Fragen.
… Mit Schritten schon halb im Nebelschatten. Der Mond leite auf jedem Weg!
((blickt umher))
Den Ntal’Hrom gilt Dank. Ihr habt gehalten, was ihr konntet. Niemand kann uns vor uns selbst bewahren – das haben wir schmerzlich gelernt.
Wir brachten Bitten, Vorwürfe, Hoffnungen.
Und ja – auch Stolz.
Kein Scheitern. Ein Anfang, der noch nicht weiß, was er werden will.
Wenn wir den Konvent wieder verlassen,
dann nicht als Freunde vielleicht –
aber auch nicht mehr als Fremde.
Schreibt einander. Prüft einander. Widersprecht einander.
Doch vergesst nicht: Dieser Ort existiert, weil wir ihn wollten!
Möge Darshiva weiser sein im nächsten Mondlauf.
Möge keiner von uns vergessen, wie nah wir heute daran waren,
etwas Unersetzliches zu zerbrechen. Bitte…!
((Senkt den Kopf))
Eshiza ( Astarim )
(Eshiza lauscht den Worten der anderen. Sie nickt an den passenden Stellen, aber anwesend erscheint sie nicht. Offensichtlich beschäftigt sie das Geschehene. Erst als die Zeit sich dem Ende neigt, spricht sie noch einmal.)
Ich kann mich den Dankesworten meiner Vorredner nur anschließen.
Im Guten wie im Schlechten. In Frieden wie im Krieg.
Hier und heute sind Dinge in Bewegung gekommen, die uns noch lange beschäftigen werden.
Ordensmeister Vielweg ( Das vergangene Reich )
(Als die Gesannte der Sāndari’Māna ihn direkt anspricht, verbirgt Vielweg sein Gesicht seinen Händen und verbeugt sich steif wie ein Theaterspieler. Als er die Hände wieder weghebt, erstrahlt sein geschundenes Angesicht in völlig ungewohnter Freude, ja fast in Glückseligkeit. Mit letzter Kraft und flackernden Augenlicht haucht der Aschling:)
Oh, wie wunderbar! Nimm den Dank aus dem tiefsten Abgrunde meines Herzens… Bitte, erzähle deinen Nachfahren eine Geschichte von mir, dem einfachen Reisenden auf der glücklosen Suche nach dem rechten Maß… Ich war Vielweg, Ordensmeister der Reisenden aus der Sippe der Lastenträger…
Möge meine Seele… dich segnen und dich… in der Einöde zu Schutz… und zu sauberen Wasser führen…
Möge dein Tod… fern sein und… voll Erfüllung und…
(Er bricht ab, schwankt erneut und fällt rückling in seinem Sitz zusammen. Schmerzverzerrt stöhnt er auf und atmet ein letztes Mal hörbar aus. Dann bleibt er regungslos liegen)
Narya Hamas ( Dopras )
(Narya Springt auf)
VIELWEG! WIR BRAUCHEN EINEN HEILER
(Möchte sich auf den Weg zu Vielweg machen, erinnert sich aber an die neu in kraft getretenen Regeln und bleibt bedrückt stehen als sie begreift dass es vermutlich zu spät ist. Sie sammelt sich für einige Minuten)
Geehrtes Konvent. Diese Hallen sollten Hallen des Austausches sein, nicht Hallen des Todes. Meister Vielweg soll nun in frieden ruhen können, jedoch bedrückt mich nicht nur sein vorzeitiges ableben, sondern auch die diplomatischen Implikationen. Dies könnte die Spannungen zwischen den Nor’Davara und dem vergangenen Reich befeuern. Ich habe keine Lösung für dieses Problem, möchte aber den hier answesenden nocheinmal in die Gedanken rufen dass Krieg nur dem Nebel nutzt. Natürlich muss es konsequenzen für die Nor’Davara geben, sollte der Schlag Feuerbarts für Meister Vielwegs tot verantwortlich sein soll. Aber dafür muss es untersuchungen geben. Ich möchte hiermit formell die Ntal’hrom um eine Untersuchung derarlei bitten.
Kāri’Mana’Arai ( Sāndari’Māna )
((Nicht ohne Rührung spricht die Sāndari‘Māna:))
Der Tod gehört zum Leben. Während er von Großvater Sand oder einem anderen Gott empfangen wird, leben seine Nachkommen und, wichtiger, seine Geschichten weiter.
Auch wenn ich beklage, was geschehen ist, vollendet es nur das vorhin bemühte Bild des Spiegels – erst jetzt ist auch der Tod, der uns immerzu begleitet wie die fliegenden Aasfresser in der Dun, in diesem Bild angekommen.
Lasst uns dies zum Zeichen nehmen, Verständigung ernst zu meinen, ohne zu vergessen, dass auch Ende, Zwist und Verrat mit uns in diese Runde gekommen sind.
Vertraut – mit Vorsicht. Helft – mit Umsicht. Plant – mit dem Unvorhergesehenen.
((Sie nickt in die Runde.))
Es war ein besonderer Konvent. Ich danke dafür. Vielwegs Geschichte aber nehme ich mit.
Eshiza ( Astarim )
(Eshiza hält erst den Atem an, als Vielweg fällt und fährt dann zusammen, als der Schrei durch die Halle geht.)
(Nachdem die anderen verstimmen, steht sie langsam auf. Ein kaum hörbares Murmeln löst sich von ihren Lippen in Richtung des reglosen Körpers.)
Jedes Volk kennt seinen eigenen Tod. Dies hier wäre für einen Astarim kein guter.
Bei uns heißt es, Ehre ist nicht das Licht. Ehre ist der Schatten, den man wirft.
Ich schrieb mit Vielweg. Ich sprach mit ihm. Ich sah kein Licht, das von ihm ausging.
Doch sein Schatten ist größer als der meine. Vielleicht größer als der vieler hier. Ein solcher Schatten wächst nicht ohne Grund.
Ich hoffe, dass ich eines Tages ebenso viel Schatten werfe.
(Eshiza neigt den Kopf. Dann wendet sie sich ab, verlässt ohne weiteres Wort den Konvent und lässt sich von den Ntal’Hrom fortbringen.)
Haxia / Delesth ( Thedekya )
(Haxia / Delesth blicken mit einem nichtssagenden Ausdruck auf den Körper von Meister Vielweg, dann schlägt sie ein schwer zu deutendes Zeichen vor der Brust. )
Seid unbesorgt Freund der Dalaar, Ihr werdet nicht vergessen werden. Die Königin erinnert sich an alles was ich gesehen habe und sie vergisst nicht.“
(Dann verlässt auch sie den Raum. )
Alsyn Bennev Seannyal ( Al’Umbryjil )
(Alsyn senkt sein Haupt, nachdem Vielweg in sich zusammengebrochen ist)
Der unausweichliche Tod war ihm bestimmt. Und dieses war ihm bewusst. Dennoch ist es tragisch, dass ein streitbarer Diplomat wie Vielweg nun für immer von uns gegangen ist.
Dies ist der Lauf der Dinge, ein Teil des Lebens. Und in der Philosophie der Aschlinge alles andere als eine Tragödie, sondern vielmehr die Erlösung am Ende eines mühsamen Weges. Der rege Briefaustausch mit ihm hat mich dies gelehrt. Und so möge er den erhofften Frieden finden, den er sich ersehnte, an einem Ort wo Streit und Krieg im Diesseits keine Bedeutung mehr haben.
So verschieden wir auch waren, in unseren Ansichten und Auslegungen, wage ich es nun, angesichts seines toten Leibes, ihn durchaus als… (Er unterbricht sich und sinniert kurz über die Bedeutung des folgenden Wortes)… Freund zu bezeichnen.
(Alsyn blickt noch einmal in die Runde)
An alle Anderen: Möge die Flamme des Lebens mit Euch sein!
(Dann tritt auch er ab)
Hjel’Raan ( Ntal‘Hrom )
(Als Ordensmeister Vielweg in sich zusammenbricht, sind bereits einige Ntal’Hrom zugegen, welche jedoch nur noch dessen Ableben feststellen können.)
(Nachdem alle Gesandten das Gebäude verlassen haben, tritt wie auch beim letzten Konvent Hjel’Raan als letzter hinaus, wo die anderen Ntal’Hrom bereits warten und sich auf die Rückreise vorbereitet haben.)
(Er senkt kurz das Haupt und hebt es wieder ehe er spricht.)
Wir haben uns erneut beraten und der Tod von Ordensmeister Vielweg wird untersucht werden. Er wusste, dass ihm ein baldiger Tod bevorsteht. Dies entschuldigt nicht die Umstände, unter welchen er eintrat. Doch ist es nicht an uns, diesen zu ahnden. Wir sind keine Gerichtsstätte. Wir haben klare Regeln an alle Volksvertretungen herangetragen. Nun wurden weitere Schritte eingeleitet, um diesen Nachdruck zu verleihen. Dies ist unser Beitrag. Wir hoffen auf das Verständnis der Völker in dieser Angelegenheit. Die Neutralität dieses Ortes und der Ntal’Hrom muss im Namen des Konvents erhalten bleiben.
(Er verneigt sich kurz vor den Anwesenden.)
Im Namen der Ntal’Hrom verkünde ich, dass es uns eine Ehre war, auch diesen vierten Konvent ausrichten zu können
Wir werden beraten, wann ein weiterer Konvent dieser Art stattfinden soll und werden die Reiche entsprechend informieren.
(Dann treten die übrigen Ntal’Hrom wieder jeweils einzeln zu den Anwesenden und legen ihre tentakelartigen Extremitäten auf deren Körper. Erneut legt sich ein helles Licht über die Versammlung, wie in einem Tagtraum fliegen die Gesandten mit ihren Trägern davon und binnen weniger Augenblicke findet sich ein jedes Mitglied des Konvents zurück an dem Ort, von wo er zuvor durch den Ntal’Hrom abgeholt wurde.)