Ein Bericht aus Fahlhain

von Mislava Dragovna – Generälin der Vilska Oprichina, aus der Gefangenschaft der Mykna

Ich habe die Möglichkeit, meine Gedanken kurz zu ordnen. und sie sogar aufzuschreiben. Vielleicht schaffe ich es, sie den Ntal’Hrom mitzugeben…
Sie haben mich von den Fesseln befreit. Ich wollte vollenden, was ich bei meiner Gefangennahme begonnen hatte, doch seltsamerweise scheinen sie eine Art Vertrauen zu mir aufzubauen, obwohl ich kein Wort mit ihnen gesprochen habe. Vielleicht diene ich dem Ugroz mehr, wenn ich noch eine Weile an diesem Leben festhalte, um zu beschreiben, was ich sehe, was sie mir zeigen.
Ich werde nichts preisgeben über die Vilska Oprichina. Nun, da sich meine Fesseln gelöst haben, liegt alles wieder in meiner Hand. Ich könnte es jederzeit beenden.
Das Dröhnen in meinem Kopf… ich halte es aus und werde widerstehen.

Ihre Geister scheinen gebunden und doch frei. Was ich meine: Sie tragen nicht die Last der Entscheidung. Sie handeln, ohne zu zweifeln, als würden sie nur einem Willen folgen. Einem, den sie als den ihren empfinden. Zwischen ihnen herrscht ein tiefes, wortloses Verständnis. Es gibt auch welche, die vollkommen geistlos wirken, wie Leichen, die ihren Lebensdienst weiterführen. Ihre Gestalt ist grauenhaft. Borkige, modrige Haut, aus der nässende Fruchtkörper quellen, die schwach pulsieren. Sie rotten sich zusammen. Ich habe ein Heer gesehen. Auch Rösser sind dabei, die ebenso entstellt sind. Ihrem Rüstzeug fehlt die feine Kunst unserer Handwerker, doch es wirkt stark.

Das Licht hier bleibt stets gedämpft, die Luft ist erfüllt von einem grünlich-gelben Staub, der sich auf jede Oberfläche legt.
Seltsam vielgliedrige Geschöpfe huschen geschäftig umher. Dort, wo sie verweilen, ist der Staub am dichtesten.

Ich habe Türme gesehen, die in den Himmel ragen.
Sind sie gewachsen, oder gebaut?
Alle scheinen unermüdlich damit beschäftigt, sie zu errichten… oder zu nähren.

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