Die Stimme der Wahrheit im Aschenebel
Während der Jarnfjordbodet sich dem Glanz und Ruhm widmet, erhebt das Freie Askenblad seine Feder für die unbequemen Wahrheiten des Reiches.
Wir berichten von dem, was andere verschweigen: die brutale Niederschlagung eines Protestes, die Zensur von Nachrichten und die wahre Lage im Jarnfjord, jenseits der hehren Worte der Mächtigen.
Wenn ihr den Mut habt, die Wahrheit zu sehen – auch wenn sie schwer wiegt – dann greift zum Freien Askenblad.
SKANDAL IN ASKETUN: GULLJEGERE VERBANNT – DOCH WER ZIEHT NUN WIRKLICH DIE FÄDEN?
Endlich Gerechtigkeit! Das Große Gildengericht hat gesprochen und die eiskalte Händler-Matriarchin Sigrun Gulljegere mitsamt ihrer fanatischen Gefolgschaft in die Wüste – pardon, auf die raue See – geschickt. Wir vom Freien Askenblad sagen: Es wurde auch höchste Zeit! Monatelang haben wir die Machenschaften der Händlergilde angeprangert, und nun hat der Rat der Gilden endlich das Offensichtliche eingesehen.
Doch noch viel erstaunlicher als der Fall der großen Gulljegere ist die plötzliche Kehrtwende unserer ach so rationalen, zahnradverliebten Herrscher in Asketun. Plötzlich erhalten die Elementargläubigen – genau jene unterdrückte Randgruppe, für deren Rechte sich das Askenblad in unzähligen Leitartikeln die Finger blutig geschrieben hat – nicht nur Recht, sondern sogar einen eigenen Sitz im Gildenrat! Jahrelang wurden sie als Spinner, Ketzer oder verrückte Nebel-Schnüffler abgetan. Und nun? Nun gründet man hastig eine „Gilde der Magie“ und rollt ihnen den roten Teppich aus.
Man fragt sich unweigerlich: Woher kommt dieser plötzliche Sinneswandel?
Haben Liv Askehjul und ihre pragmatischen Ingenieure über Nacht ihr Herz für Mystik und das Unerklärliche entdeckt? Oder treibt hier etwas viel Dunkleres sein Unwesen?
In den Tavernen von Jarnheim und den Gassen von Askeborg flüstert man sich seit Tagen etwas hinter vorgehaltener Hand zu. Ein schrecklicher Verdacht macht die Runde. Was, wenn die plötzliche Offenheit des Rates gar nicht von den Gildenmeistern selbst ausgeht? Was, wenn der Rat der Gilden in Wahrheit längst unterwandert ist – von den Ntal’Hrom?!
Ja, liebe Leser, Sie haben richtig gelesen. Diese unheimlichen Kreaturen aus den Tiefen des Schattens, von denen man sagt, sie könnten den Verstand der Menschen kapern und uns wie willenlose Marionetten an unsichtbaren Fäden tanzen lassen. Ist es da ein Zufall, dass der Rat plötzlich alles Magische umarmt? Bereiten sie etwa die Übergabe unseres geliebten Jarnfjords vor?
Für all jene, die mich nun einen Schwarzseher oder Panikmacher nennen wollen, habe ich folgende exklusive Enthüllung: Der Schwager eines meiner verlässlichsten Informanten – ein Mann, der nachts die Abwasserkanäle unter dem Ratssaal in Asketun wartet – hat Schreckliches beobachtet. Er schwört bei seinen toten Ahnen, dass er vor einigen Nächten Ratsvorsteherin Liv Askehjul allein in den Gängen gesehen hat. Doch sie war nicht sie selbst. Ihr Blick war starr, ihr Gang unnatürlich und ruckartig.
Und dann geschah es: Aus den Schatten an der Decke ließ sich ein widerwärtiges, gallertartiges Wesen herab – es sah aus wie eine kleine, pulsierende Qualle mit dutzenden glitschigen Tentakeln. Und während unsere tapfere Ratsvorsteherin einfach mit offenem Mund dastand, kroch diese Abscheulichkeit direkt ihren Hals hinunter! Kein Würgen, kein Schrei. Sie schluckte das Ding einfach hinunter.
Am nächsten Morgen wurde verkündet, dass die Händlergilde entmachtet und eine Gilde der Magie gegründet wird. Ein Zufall?
Wir vom Freien Askenblad bleiben für euch wachsam. Feiert das Urteil gegen Gulljegere, aber haltet eure Türen verriegelt und blickt euren Nachbarn tief in die Augen. Wer weiß schon, wer – oder was – heutzutage wirklich in Jarnfjord das Sagen hat!
BLUTBAD IM OSTEN: VILSKA OPRICHINA ÜBERRENNT AUSTENDI – UND DER RAT SCHWEIGT!
Während sich die feinen Herrschaften in Asketun über Magie-Gilden und diplomatische Nichtigkeiten streiten, spielt sich an der äußersten Ostgrenze unseres Reiches eine Tragödie von unfassbarem Ausmaß ab!
Unsere tapferen Pioniere, die mutig auszogen, um in der rauen Region Austmörk die neue Siedlung Austendi zu errichten, wurden Opfer eines bestialischen Überfalls. Blutrünstige Krieger des Reiches Vilska Oprichina sind wie tollwütige Bestien über das wehrlose Dorf hergefallen. Sie haben Austendi nicht nur geplündert und besetzt, sondern unseren Brüdern und Schwestern unsägliche Gräueltaten angetan. Was den Überlebenden, die nun traumatisiert und blutend durch die Wildnis irren, widerfahren ist, lässt selbst den hartgesottensten Askengard-Veteranen das Blut in den Adern gefrieren.
Und was macht unser glorreicher Rat der Gilden? NICHTS!
Kein Wort des Beileids, keine Sondermitteilung, nicht einmal ein Hauch von Empörung dringt aus den warmen Ratssälen. Schlimmer noch: Aus den Reihen der Generäle sickert durch, dass es absolut keine Pläne gibt, unsere Ländereien zurückzuerobern oder die Schlächter von Vilska Oprichina zur Rechenschaft zu ziehen. Man überlässt Austendi einfach kampflos dem Feind!
Sind dem Rat ein paar hart arbeitende Siedler im fernen Osten weniger wert als das Schicksal einiger verrückter Elementar-Fanatiker in Askeborg? Opfert man unser Land heimlich an ausländische Barbaren, während man uns hier mit neuen Gilden ablenkt? Das Freie Askenblad fragt: Wenn die Askengard unsere eigenen Leute nicht mehr schützt – wozu haben wir sie dann überhaupt noch? Wach auf, Jarnfjord! Der Feind steht bereits in unserem Land!