Jarnfjordbodet 14 – Bewerbung als Austragungsort des ersten Turniers der Völker

Bewerbung als Austragungsort für das erste Turnier der Völker

Der Rat der Gilden gibt bekannt, dass der Jarnfjord sich darum bewirbt, das Turnier der Völker erstmals auszurichten und Delegationen aus allen Reichen nach Jarnheim zu laden.

Für uns hat diese Bewerbung zwei einfache Gründe. Der erste ist die eigene Geschichte: Wettkämpfe wie diese gehörten im Jarnfjord über lange Zeit zu den wichtigsten Traditionen. Sie waren Festtag, Prüfung und Anlass, zusammenzukommen, lange bevor der Nebel alles verschluckte. Wir würden diese alte Tradition gern wieder aufleben lassen, und es gibt dafür keinen würdigeren Rahmen als ein Turnier, zu welchem ganz Darshiva eingeladen ist. Der zweite Grund ist nicht weniger wichtig: Seit sich der Nebel geöffnet hat, haben wir im Jarnfjord viel unter uns geregelt und aufgebaut, aber Besuch aus anderen Völkern hat Jarnheim noch nicht gesehen. Wir wären stolz, unsere Tore nun zu öffnen und Gäste zu empfangen. Die Ratsvorsitzende freut sich, diese Einladung auszusprechen und hofft, dass die Bewerbung des Jarnfjords angenommen wird.

Die Gattungen und ihre Disziplinen

Die Wettkämpfe, so wie wir sie wieder austragen wollen, sind in drei Gattungen gegliedert, die im Jarnfjord in den alten Zeiten gebräuchliche Namen trugen. In jeder Gattung werden fünf Disziplinen bestritten, die sich grob in die Wettkampfbereiche Kraft, Geist, Rennen, Fahren und Kampf gliedern.

Dabei stellt jede Delegation Streiter für die einzelnen Gattungen auf. Jeder Streiter muss alle Disziplinen seiner Gattung bestreiten, wo jeweils Zwischensieger festgestellt werden. Wichtiger aber ist der Sieg in der Gattung, den derjenige erringt, der in allen Disziplinen am besten platziert war. Für die letzte Gattung Eining können nur jene Wettkämpfer antreten, die auch in einer der Einzel-Gattungen gestartet sind.

Die Fullsterkur stehen für schwere Arbeit, Standfestigkeit und Wortgewandheit. Vorgesehen sind Steinheben und -tragen, die Thing-Rede als Rede- und Streitkunst, der Rüstungslauf mit Schild über den Klippenpfad, das Fahren mit dem Pferdeschlitten und zum Abschluss der Zweikampf mit Einhandwaffe. Da ein Fullsterkur als schwerer Krieger gilt, wird diese Gattung komplett in voller Rüstung bestritten.

Die Halfsterkur sind die Gattung der Beweglichkeit und des feinen Könnens. Hier sind Bogenschießen, das Brettspiel Hnefatafl, ein kurzer Lauf mit Hindernissen, Reiten und der unbewaffnete Allkampf vorgesehen. Halfsterkur tragen keine Rüstung, müssen aber über den Lauf aller Disziplinen die gleiche witterungsangepasste Kleidung tragen.

Die Særiddar bestreiten die Wettkämpfe am und im Wasser. Dazu gehören Harpunenwerfen, ein Knotenrätsel, Schwimmen, Segeln beziehungsweise Rudern und der Axtkampf in der Takelage über freiem Wasser. Auch hier sollte beachtet werden, dass ein Teilnehmer in allen Disziplinen der Gattung die gleiche Kleidung tragen muss und Rüstung nicht vorgesehen ist.

Neben diesen drei Gattungen treten die einzelnen Delegationen zusammen als Eining an, wo sie für einen Sieg zusammenarbeiten müssen. Zu den Disziplinen zählen Tauziehen, Brückenbau, ein Staffelrennen als Kombination aller Einzel-Disziplinen des Rennens und Fahrens, sowie das Ballspiel Knattgard nach traditionell jarnfjordscher Art mit Holzwaffen.

Grundregeln

Damit aus dem Turnier kein Anlass für Fehden wird, sollen klare Grenzen gelten. Direkte Angriffe auf andere Wettkämpfer sind nur in den Kampfdisziplinen erlaubt. Fliegen und der Einsatz übernatürlicher Kräfte sind untersagt. Wie viele Streiter jedes Reich entsenden kann, wird in der Ausschreibung endgültig festgelegt, sobald eine Entscheidung vorliegt; geplant ist ein Rahmen, der Teilnahme ermöglicht, ohne dass einzelne Reiche das Feld überlaufen.

Der Rat der Gilden will dennoch nicht verschweigen, dass manche Disziplinen riskant sind. Gerade deshalb soll es unparteiische Schiedsrichter geben, Heiler an den Wettkampfplätzen und das Recht eines jeden Teilnehmers, sich bei übermäßiger Gefahr jederzeit aus einem Wettkampf zurückzuziehen.

Hnefatafl und Knattgard

Hnefatafl ist ein traditionsreiches Brettspiel, das den Geist und die Strategie eines Feldherrn fordert. Zwei Spieler treten gegeneinander an: Einer übernimmt die Rolle der Verteidiger, der andere die der Angreifer, die jeweilige Rolle wird durch das Los entschieden. Ziel des Verteidigers ist es, den König sicher aus der Mitte des Spielfelds an einen der Ecken zu bringen, die als Fluchtpunkte dienen, während der Angreifer versucht, das zu verhindern und den König zu fangen. Die asymmetrische Ausgangslage und die Möglichkeit, Bewegungen vorausschauend zu planen, machen Hnefatafl zu einer anspruchsvollen Probe taktischer Raffinesse.

Knattgard ist ein raues Mannschaftsspiel, bei dem zwei Teams auf einem holzumsäumten Spielfeld gegeneinander antreten. Das Ziel ist, den Ball möglichst oft im gegnerischen Tor zu platzieren, was durch den Einsatz von Holzwaffen erschwert wird. Fullsterkur-Spieler nutzen Knüppel und Schild, Halfsterkur treten mit Kampfstäben an, und die Vertreter der Særiddar schwingen eine Kettenkugel. Der Ball darf ausschließlich getreten oder mit den Waffen geschlagen werden. Angriffe auf andere Spieler, sei es mit den Holzwaffen oder waffenlos, sind erlaubt, solange sie in direktem Zusammenhang mit dem Spielgeschehen und der Position des Balls stehen. Das Spiel erfordert nicht nur physische Stärke, sondern auch klare Spielübersicht und Teamarbeit, um zugleich zum Torerfolg zu kommen und den Gegner in Schach zu halten.

Mit Hnefatafl und Knattgard gibt der Jarnfjord zwei traditionelle Spiele in das Turnier, in anderen Reichen möglicherweise bisher unbekannt sind. Sollte Jarnheim als Austragungsort gewählt werden, leitet der Rat daher gerne schriftliche Nachfragen an erfahrenere Spieler weiter, die diese nach besten Wissen beantworten werden. Außerdem stehen die Menschen des Askenfolks gerne in den Wochen oder gar Monden vor dem Wettkampf zur Verfügung, um gezielte Einweisungen, Erklärungen und Trainingsgelegenheiten anzubieten. Sei es bei kühlen Brettspielrunden oder bei heißblütigen Knattgard-Übungen: das Ziel ist, dass alle Wettstreiter die Möglichkeit haben, mit gleichen Möglichkeiten an den Wettkämpfen teilzunehmen. Dieses Angebot steht selbstverständlich nicht nur für die beiden traditionellen jarnfjordschen Disziplinen, sondern auch für alle anderen.

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