Zusammenkunft der Völker und weitere Verkündigungen der Ntal‘Hrom

Der Konvent der Dämmerung
Seit dem langsamen Weichen des Aschenebels streben wir, die Ntal’Hrom, nach Kommunikation und Diskurs unter den Völkern dieser neu erwachenden Welt, um gemeinsam Licht ins Dunkel der Vergangenheit zu bringen und den Weg in eine neue Zukunft zu ebnen, verlorenes Wissen wiederzuerlangen und neue Erkenntnisse und Weisheiten zu gewinnen.

Ein großer Hinderungsgrund war hierbei die Unfähigkeit, mehr als nur Botschaften zwischen den unterschiedlichen Reichen zu übermitteln, sind viele von ihnen doch durch Aschenebel und immense Distanzen voneinander getrennt. Bislang reichte unsere Kraft nicht aus, größere Gegenstände oder gar Lebewesen mit uns zu nehmen. Jedoch scheinen die jüngsten Ereignisse, von welchen wir im vergangenen Vne Thall berichteten, weitere Kreise zu ziehen. Ein Aufkeimen von übernatürlichen Kräften scheint hier vor sich zu gehen. Auch wenn wir noch keine Gewissheit erlangt haben, welche Auswirkungen dies noch haben wird, so lässt sich jedoch eindeutig feststellen, dass sich unsere Fähigkeiten, uns auf Darshiva zu bewegen, anwachsen. So ist es uns gelungen, Gegenstände und sogar einzelne Personen mit uns zu nehmen, wenn wir uns an weit entfernte Orte bewegt haben.
In diesem Zuge scheint es also erstmals möglich, ein persönliches Treffen von Vertretern unterschiedlichster Völker herbeizuführen.

Das Mitnehmen von Lebewesen erfordert höchste Konzentration und viel Kraft. Sorgfältigste Planung tat also Not, um diesen Meilenstein in der Völkerverständigung zu ermöglichen. Unsere Vision: Ein Konvent, auf welchem ausgewählte Botschafter und Botschafterinnen verschiedenster Reiche die Möglichkeit erhalten, offen vor und mit den Vertretungen der anderen Völker zu sprechen.

Wir selbst werden diese Zusammenkunft moderieren, welche wir “Konvent der Dämmerung” genannt haben. Es sei gesagt, dass die Teilnahme am Konvent selbstredend aus freien Stücken erfolgt. Es steht jedem Reich frei, eine Person zur Repräsentation des eigenen Volkes zu entsenden. Kein Raum soll auf diesem diplomatischen Konvent sein für Zwistigkeiten unter einzelnen Völkern. Es steht selbstredend allen Anwesenden frei, ihre Sicht der Dinge und auch die Absichten, Bedürfnisse, Interessen und Bedenken des eigenen Volkes kund zu tun, nicht jedoch andere Volksvertretende anzugreifen, zu beschimpfen, herabzuwürdigen oder dergleichen. Denn ein respektvoller Umgang untereinander zeugt auch vom Respekt vor dem Konvent an sich.

Bereits vor etlichen Mondläufen entdeckten wir zufällig einen verlassenen Ort, der uns nun wie geschaffen für diese Zusammenkunft erscheint. Ein großer Kuppelbau auf einem Felsen im Meer – eine politisch und geografisch neutrale Stette. Die Instandsetzung dieses Ortes ist fast abgeschlossen. Zwei Gemälde der Innen- und Außenansicht wurden angefertigt, um einen Eindruck des Ortes zu vermitteln.

Das Konvent soll zum ersten Male im 3. Mondlauf des 3. Weltenlaufs stattfinden. Ich selbst werde die Ehre haben, den Konvent zu moderieren, während Hjel’Vnur das Protokoll des Konvents niederschreiben und sowohl in unserer Bibliothek aufnehmen wie auch im darauffolgenden Vne Thall veröffentlichen wird. Wir hoffen auf reges Interesse unter den Völkern.

Weitere Geschehnisse
Die Berichte vereinzelter unerklärlicher Ereignisse, welche mit einem Anwachsen einer übernatürlichen Kraft in Verbindung zu stehen scheinen, nehmen zu. Wir konnten zudem große Erschütterungen an vielen Orten und große Veränderungen in den vom Aschenebel beherrschten Gebieten Darshivas erkennen.

Während erneut immer weitere Regionen freigelegt werden, scheint nun neben Karkildon auch das Reich der Eluvaari dem allesverschlingenden Nebel anheimgefallen zu sein. Was auch immer hier vor sich geht, entzieht sich unserer Kenntnis. Alle Völker seien jedoch gewarnt! Die Bedrohung durch den Aschenebel ist keinesfalls ein Relikt der Vergangenheit, sondern so präsent wie eh und je. Wir selbst, die wir nur verschwommene Erinnerungen an die Aschezeit und keine an die Ära vor dem sagenumwobenen Kataklysmus haben, können nur höchst spekulative Mutmaßungen anstellen, welche so unklar und ungreifbar sind, wie die von Asche erfüllten Nebelschwaden dieses Phänomens selbst.

Was die Zunahme der mystischen Begebenheiten anbelangt, scheint sich die Theorie zu festigen, dass sich ein Erwachen der sagenumwobenen Magie ankündigt. Viele Spekulationen und Legenden ranken sich darum, was genau „Magie“ eigentlich ist. Manche sagen, dass die ganze Welt von Energien durchströmt wird, welche in der Regel so gering sind, dass sie sich gänzlich der Wahrnehmung entziehen. Verfügt man jedoch über die Kunst, diese zu konzentrieren, zu bündeln und zu formen, so können dabei Kräfte freigesetzt werden, die sich gar den kühnsten Träumen entziehen. In fast jedem Volk gibt es Sagen, Legenden und Geschichten von Magiewebern und Zauberwirkern sowie von magischen Kreaturen, Orten und Gegenständen, welche einst diese Fähigkeit besessen haben sollen. Ob diese Theorie der Wahrheit entspricht und welche der überlieferten Geschichten auf Tatsachen basieren und welche von ihnen für immer im Reich der Mythen und Legenden verbleiben werden, wird wohl die Zeit zeigen. Von jeglichen Erkenntnissen in dieser Richtung bitten wir dringlichst zu berichten.

Hjel’Raan
Oberster Schriftführer der Ntal’Hrom

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