Wer steigt da aus nebligen Tiefen empor, im leuchtend strahlenden Glanze?
Was naht uns gleich des blendenden Lichts der Morgendämmerung?
Regt sich dort wahrhaft kindlich ersehnte Rettung vor allen Übel?
Oder doch nur Tyrannen und Monster aus alten Zeit in neuem Gewand?
Oh, wie haben wir einst voll Wehmut erwartet die Rückkehr eurer Gunst!
Wie waren unsere Herzen bange ob alter Legenden von Gewalt und Größe…
In des Weltenbrands dunkelster Stunde schrien wir in Verzweiflung zu euch,
während Ruinen uns Obdach gaben, während unsere Kinder wir zu Grabe trugen…
Doch da waren keine Donnerstimmen, keine Hand aus dem Himmel zur Hilfe.
Fürwahr, im Stich gelassen habt ihr unsere Ahnen! Auf ewig sei daran erinnert…
Sagt uns doch: Wo ward ihr all die vielen tausend Jahre?
Habt ihr feige verloren verschwiegen verschlafen?
Oder seid ihr eins geworden mit der Asche
zu Schatten Eurer selbst so wie die Nebelgeister?
Wir aber haben ohne Hirten in Kummer und Elend geharrt!
Gottverlassen, doch nicht ohne Halt. Schicksalsergeben, doch nicht ohne Sinn:
Bei den Toten gebettet hat der ewige Herrscher doch nie uns verlassen!
Wir folgen dem, der niemals vorgab allmächtig und göttlich zu sein…
Weshalb auch sollte irgendwer je wieder vor euren Götzen buckeln?
Was bietet ihr uns schon an außer der Seelen Knechtschaft?
Und was außer Macht lässt euch denn der Anbetung würdig sein?
Vergehen und Schicksal sind doch auch eure ewig grausamen Herren!
Höre, Darshiva: Wir, das Mahnmal der Schande, erinnern für dich:
Es waren gierige göttliche Hände, die den Kataklysmus schufen.
So zerbrach die Welt wie ein Krug – zu spät kam die Einsicht der Frevler.
Sie vergingen in Nebel und Schatten damit die Völker gerettet sein.
Wohl ehren wir ihr Opfer! Doch Dank heißt nicht Unterwerfung…
Ich frage dich also, der du diese Weise vernimmst:
Willst du glauben dein Wert hänge an den Launen der Götter?
Wirst du dich niederwerfen aus ohnmächtiger Hoffnung?
Was schützt dich davor gleich unserer Ahnen von ihnen betrogen zu werden?
Wir Aschlinge sind bereits Sklaven des letzten Ethnarchen,
stolz tragen wir unser Joch, demütig unsere Sünden.
Denn drin liegt tiefere Wahrheit als in aller Anhimmelei.
Vor Göttern knie wer will. Wir stehen aufrecht im Anblick des Todes.
Verfasst und beglaubigt durch Ordensmeisterin Trauerfluch von den Klagenden aus der Sippe der Sorgenweber